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Autokrise bremst auf Waldbauern

Ebersberg - Kurzfristige, starke Schwankungen des Holzpreises, aber auch langfristige Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldwirtschaft: Die Waldbauern müssent mit mehreren Herausforderungen fertig werden.

„Brotbaum“ ist immer noch die Fichte. Sie wächst schnell und liefert prima Bauholz. Ob sie deswegen langfristig auf den trockenen Standorten im Landkreis Ebersberg noch eine Chance hat? Ab dem Jahr 1985 haben die Privatwaldbeseitzer deshalb schon begonnen, verstärkt Laubhölzer zu pflanzen. „Das Hauptproblem ist nicht die Erwärmung, das Hauptproblem sind die Stürme“, sagt Hans Riedl, der Chef der Waldbesitzervereinigung Ebersberg. „Wenn die Laubbäume bei den Stürmen im Winter schon umfallen, was passiert dann erst im Sommer?“ wenn Laub an den Bäumen sei, fragt er sich. Die Winterstürme Kyrill, Emma und Paula erreichten Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern.

Dass die Autokonjunktur durchaus auch etwas mit unseren Waldbauern zu tun hat, ließ sich aus einem Beispiel entnehmen. Seitdem BMW weniger Autos verkauft, kauft das Unternehmen auch weniger Schnittholzware. „BMW nimmt als Verpackungsware nur noch die Hälfte ab.“

Aus dem Geschäftsbericht der WBV für das Jahr 2007 geht hervor, dass die Privatwaldbesitzer insgesamt über 100 000 Bäume gepflanzt haben. Der Laubholzanteil beträgt 61 Prozent. Die Waldbauern experimentieren aber auch mit der Tanne, der Europäischen Douglasie und der Lärche. Die beiden letztgenannten Baumarten wachsen sogar noch schneller als die Fichte. Nachteil der Laubholzarten ist nämlich, dass sie nur bedingt zu Bauholz verarbeitet werden können.

Wenn vom Landkreis Ebersberg die Rede ist, denken viele zuerst an den Ebersberger Forst. Alle 1240 in der WBV zusammengeschlossenen Privatwaldbesitzer zusammen bewirtschaften aber eine Fläche, die erheblich größer ist, als dieses bekannte Forstareal.

„Wir betreiben nachhaltigen Waldbau“, bekräftigte Riedl und verwies darauf, dass allein im Landkreis „etwa 20 bis 25 Prozent Holzreserven stehen, die nicht genutzt werden“. Der WBV-Chef machte eine Rechnung auf: „Wenn ein Wald 100 Jahre alt wird, dann muss jedes Jahr ein Tagwerk weg und der ganze Wald durchforstet werden, damit er so erhalten bleibt, wie er ist. Andernfalls sammeln sich Reserven an.“

Nicht nur der Waldbau ist einem Wandel unterworfen, auch die Vermarktung hat sich stark verändert, berichtet Riedl. 1970 hätte es noch lauter kleine und mittlere Sägewerke gegeben, in den 80er Jahren hätte die Situation zu kippen begonnen und jetzt seien 95 Prozent der Sägewerke Großbetriebe. „Ein jeder Sagler, der weggefallen ist, hat uns wehgetan“, so der WBV-Chef, denn dadurch habe die Konkurrenz nachgelassen. Inzwischen bestimmten die Großbetriebe die Preise. Die Waldbauern suchen nach Alternativen. Werner Zwingmann informierte deshalb die Kollegen über die Verwertung von minderwertiger Holzware.

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