Ortstermin von Vertretern der Fachbehörden gestern an der Staatsstraße 20 86 zwischen Schafweide und Abzweig Sauschütt. Im Februar werden hier zahlreiche Straßenbäume gefällt. Es werde nur das beseitigt, was ein Sicherheitsrisiko darstelle, so Wasserburgs Forstbetriebschef Heinz Utschig (Mitte mit Hut). Links Rudi Perfler, rechts Frank Plate (Straßenmeisterei) und Max Finster (Landratsamt Ebersberg; 2.v.r.). Foto: dz

150 Bäume fallen für die Sicherheit

Hohenlinden - Umfangreiche Baumfällarbeiten werden im Laufe des kommenden Monats den Verkehr auf der Staatsstraße 2086 zwischen Ebersberg und Hohenlinden behindern.

„Man muss schon ganz genau hinschauen. Von Weitem sieht man das nicht“, sagt Rudi Perfler. Er hätte auch anfügen können: Wer kein Fachmann ist, tut sich mitunter schwer, manchen Schaden wirklich als solchen zu erkennen. Perfler ist Förster - und damit Fachmann. Der Hohenlindener deutet auf eine angefaulte Buche am Rande der Staatsstraße 20 86 zwischen Ebersberg und Hohenlinden. Seit ein paar Wochen ist sie bei einer Vorab-Begehung von Fachleuten schon einmal unter die Lupe genommen und als schadhaft eingestuft worden. In diesem Fall wurde ein rotes Kreuz als unübersehbare Markierung angebracht.

Der Baum wird demnächst gefällt werden müssen. Mit ihm bis zu 150 weitere; vorwiegend Buchen, aber auch Fichten und kleineres Gehölz. Sie alle stehen im südlichen Teilabschnitt, also zwischen der Schafweide und dem Abzweig zur Sauschütt. Im Norden, Richtung Hohenlinden, waren die zuständigen Bayerischen Staatsforsten/Forstbetrieb Wasserburg schon vor zwei Jahren aktiv.

Gestern gab es ein Treffen von Fachleuten vor Ort. Mit dabei: Perfler, Mitarbeiter der Wasserburger Dienststelle mit ihrem Chef Heinz Utschig, Max Finster von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, Frank Plate als Chef der Ebersberger Straßenmeisterei. Der Sinn der Zusammenkunft: Sich als beteiligte Behördenvertreter vorher austauschen, was demnächst hier geschehen soll und wird; nämlich eine groß angelegte Baufällaktion.

Das macht Sinn. Vor gut einem Jahr, genauer in den Osterferien 2014, hatte es zuletzt eine vergleichbare Aktion gegeben; damals auf der Staatsstraße zwischen Ebersberg und Schwaberwegen ein paar Kilometer entfernt. Der Aufschrei in der Bevölkerung sei groß gewesen, bestätigen Utschig, Perfler, Plate und Finster unisono. Besonders der späte Zeitpunkt und die terminliche Nähe zur schon begonnenen Vogelbrutzeit (gesetzlich ab 1. März) hatte so manchen auf den Plan gerufen. Anderen war der Umfang des Eingriffs schlichtweg unverständlich geblieben.

Damals gab es, wegen der erfolgten Vollsperrung der Staatsstraße und anderer Großbaustellen auf wichtigen anderen Straßen in der Nähe, keine Alternative. Heuer schon. Deshalb sollen die zwingend erforderlichen Zuschnitt- und Fällarbeiten im Laufe des Februars begonnen und auch abgeschlossen werden.

„Es geht nicht darum, die Schneise zu vergrößern“, betont Utschig. Die Bayerischen Staatsforsten hätten auch kein gesteigertes Interesse daran, einfach so Bäume zu fällen. Immerhin sei das mit erheblichen Kosten verbunden. Letztlich gehe es darum, kritische Bäume zu beseitigen oder so zu beschneiden, dass sie für den Straßenverkehr keine Gefahr mehr darstellten.

Finster lobt den behördlichen Austausch. Forstbetrieb, Landratsamt und Straßenmeisterei arbeiteten heuer vorbildlich zusammen. Es werde nur das gefällt, was zwingend erforderlich sei, betonen alle. In diesem Fall, so räumt Utschig ein, allerdings relativ viel.

Sorgen müsse man sich aber nicht machen. Wie knapp ein Jahr nach dem oft als zu massiv empfundenen Eingriff an der St 20 80 zu sehen sei, habe sich die Natur schon an vielen Stelle das wiedererobert, was man ihr genommen hatte. Es werde, parallel zu den anstehenden Arbeiten an der 20 86, zwischen Ebersberg und Schwaberwegen aber noch Nachbesserungsarbeiten geben. Alles soll heuer mit Ampeln geregelt werden, auf Vollsperrungen will man verzichten. Jörg Domke

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