Die Bäume sind weg: Jetzt wird sichtbar, dass einige Elemente sich gesenkt haben. Foto: jro

An der Bahn: Betonelemente sacken ab

Zorneding - An der Zornedinger Lärmschutzwand sind massive Schäden aufgetreten, die Bahn will prüfen, ob saniert werden muss.

Die Abholzaktion der Gemeinde Zorneding brachte es ans Licht: An einigen Stellen sind an der Südseite der Lärmsschutzwand an der Bahn zwischen „Am Wall“ und der Grünlandstraße, also im Westen des Ortes, Betonelemente abgesackt. Ob das ein Sicherheitsproblemen darstellt oder zu Statikproblemen führen kann, ist derzeit nicht klar. Die Bahn kündigte jedenfalls auf EZ-Anfrage an, die Angelegenheit zu überprüfen.

Dem Zornedinger Gemeinderat Peter Pernsteiner waren die Schäden bei einem Spaziergang aufgefallen. Er veröffentlichte seine Beobachtungen auf der Internetseite „Tagebuch eines Schandflecks“. Die Lärmschutzwand aus Holz und Beton scheint wohl inzwischen massiv in die Jahre gekommen zu sein, so Pernsteiner.

Gebaut wurde die Wand vor rund 20 Jahren, als auch das Neubaugebiet am Weiher entstand. Inzwischen liegen einige Betonsockel-Streifen zwischen den Pfeilern nicht mehr waagerecht, sondern hängen schräg herunter. Sie reißen am Fundament aus. „An einigen Stellen sind die Betonsockel sogar schon so schief, dass es wirklich beängstigend ist“, so Pernsteiner, der auch meint, dass die Wirkung des Lärmschutzes durch das Loch beeinträchtigt sein müsste. Der FDP-Gemeinderat sieht daher dringenden Sanierungsbedarf seitens der Bahn.

Von der Bahn hieß es dazu jetzt auf Anfrage der Ebersberger Zeitung: Der Anlagenverantwortliche sei noch im Urlaub. Bei seinen Kollegen sei der Schaden nicht bekannt. Ob und wie die Wand saniert beziehungsweise renoviert werden müsse, und wann das gegebenenfalls durchgeführt werde, könne erst in dieser Woche mitgeteilt werden. „Falls der Schaden noch nicht bekannt sein sollte, werden wir kurzfristig eine Prüfung vor Ort veranlassen“, so ein Bahnsprecher.

Bei einem zweiten Bahnthema werden die Verantwortlichen vom Verein „Das Alter erleben in Zorneding“ wie Karl-Heinz Bauer ungeduldig. Es geht um Veränderungen am Bahnhof, unter anderem um die Verkürzung des Weges zur Bahnsteigrampe und den Standort für die Müllcontainer. Bauer kritisiert, dass Zornedings Bürgermeister Piet Mayr nicht auf konkrete Anfragen reagiere. „Ich bin kein lästiger Bittsteller. Ich vertrete in dieser Sache 340 Mitglieder des Vereins“, so Bauer. „Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass es ohne unsere Initiative keine Einhausung des Bahnhofseingangs und keine Ausruhebänke an den Zugängen Zorneding und Pöring geben würde.“

Mayr räumte gegenüber der EZ ein, nicht schnell genug reagiert zu haben und erklärte das mit den Vorkommnissen rund um den Abschied von Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende, der nach rassistischen Morddrohungen die Pfarrei Zorneding verlassen hatte. Mayr sicherte nun schnelle Antworten zu. Gegenüber der EZ erklärte der Bürgermeister, beim Thema Rampe sei bereits eine Firma beauftragt. Die Frage der Stellplätze für die Container hänge zusammen mit der Frage, ob es künftig am Bahnhof einen Kiosk oder eine Art Imbisswagen geben werde. Um das entscheiden zu können, brauche man jedoch die aktuellen Fahrgastzahlen. Und die müssten von der Bahn kommen.

Von der Bahn hieß es dazu: Die Zählung der Verkehrsströme, also welche Bahnkunden welche Bahnsteigzugänge nutzten, habe noch nicht stattgefunden. „Sie soll jedoch in diesem Frühling außerhalb einer Ferienzeit durchgeführt werden.“

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