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Der Zornedinger Bahnhof ist seit vielen Jahren in einem desolaten Zustand. 
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Der Zornedinger Bahnhof ist seit vielen Jahren in einem desolaten Zustand. 

Neues Gebäude geplant, aber kein Aufzug

Bahn startet Pilotprojekt - und das am Zornedinger Schandfleck

Die Bahn will in Zorneding ein neues Gebäude als Pilotprojekt errichten. Die Entwürfe dazu wurden nun im Bauausschuss von drei Vertretern der Bahn vorgestellt.

Zorneding– Das neue Gebäude soll einen Wartebereich, einen Kiosk, WCs und einen Aufenthaltsraum für DB-Mitarbeiter beinhalten und in einfacher Holzbauweise errichtet werden.

Aufzug im Plan nicht enthalten

Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 880 000 Euro, wovon die Gemeinde Zorneding 15 Prozent selbst bezahlen müsste. Dazu kämen noch die Kosten für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit Fahrradständern und barrierefreiem Zugang sowie die Toiletten selbst, denn die Bahn stellt dafür nur die Räume und die Anschlüsse, weil sie im Gegensatz zur Gemeinde für die WCs keine Fördermittel bekäme. Auch ein Aufzug ist in den Planungen der DB nicht enthalten, ebenso wenig wie ein neuer Treppenabgang zu den Gleisen, was Bianka Poschenrieder (SPD) zu Kritik an den bunten Bildern der DB-Präsentation verleitete: „Ihre Abbildungen passen nicht zur Realität.“ Viele bezeichnen den Bahnhof als Schandfleck.

Kosten so hoch wie bei Einfamilienhaus

Patrick Eichler (CSU) meinte: „Mir erschließen sich die hohen Gebäudekosten nicht“, schließlich habe die DB „low budget“ als Ziel beim Bau definiert. Das einstöckige, etwa 210 m² große Gebäude ohne Keller koste so viel wie ein Einfamilienhaus. „Sie dürfen das nicht mit dem Wohnungsmarkt vergleichen“, entgegnete Philipp Luy, Architekt der DB Netze. „Außerdem steckt da viel Technik drin.“ 

Peter Pernsteiner (FDP) wollte wissen, ob in dem Preis denn zumindest ein Bildschirm mit Fahrgastinformationen im Wartebereich enthalten sei, was Luy bejahte. Den Parkplatz will die DB künftig bewirtschaften, heißt: Es werden Parkgebühren verlangt, die sich zwischen ein und zwei Euro pro Tag bewegen sollen. Poschenrieder erinnerte daran, dass Zorneding beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke Halt der Express-S-Bahn werden könnte, was weiteren Verkehr und Parkplatzbedarf aus dem Umland nach sich ziehen würde. „Wie steht es mit einem zusätzlichen Parkdeck?“, wollte sie wissen. Hier will die Bahn aber erst einmal abwarten, wie sich der Parkdruck entwickelt, wenn das Parken nicht mehr kostenfrei ist. Die Hoffnung ist, dass dadurch mehr Fahrgäste zu Fuß oder mit dem Rad zum Bahnhof kommen.

Emissionsfreies Gebäude

Das Gebäude soll dank einer mit Ökostrom betriebenen Luftwärmepumpe emissionsfrei werden, eine Solaranlage auf dem Dach ist aber nicht vorgesehen. Laut Luy hat die Bahn nicht die Kapazitäten, sich darum zu kümmern. Poschenrieder regte an, die Dachfläche an eine Genossenschaft wie die 3eG zu vermieten, die dort dann eine Photovoltaikanlage bauen könnte. Helmut Obermaier (Grüne), selbst Mitglied bei der 3eG, gab jedoch zu bedenken, dass diese keine hohen Mieten finanzieren könne, ein Gestattungsvertrag sei aber denkbar.

Bundestagsabgeordneter meldet Erfolg gegen nasse Füße

Die weiteren Ziele sind nun der Beschluss im Gemeinderat, dann der Abschluss einer Vereinbarung zwischen Bahn und Gemeinde. Die Bahn müsste dann die Unterlagen für das Eisenbahnbundesamt erstellen und könnte voraussichtlich Anfang 2021 mit de Ausführungsplanung beginnen. Ziel sind die Grundsteinlegung und der Bau im Jahr 2021, die Fertigstellung 2022.

Susanne Edelmann

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