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Der scheidende Bürgermeister Josef Zistl vor seinem Lieblingsprojekt – dem Bergangerer Dorfgemeinschaftshaus. 

Die Wahl ist im Mai

Das Alter: Bairer Bürgermeister Josef Zistl hört auf

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Die Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen: „Ich scheide am 1. Juni aus dem Amt aus“, sagt der Bairer Bürgermeister Josef Zistl. Über zwei Jahrzehnte leitete er als Bürgermeister die Geschicke der kleinsten Landkreisgemeinde.

Baiern – Die nächsten Kommunalwahlen stehen in Bayern erst 2020 an. Das heißt, dass nach dem Ausscheiden Zistls für die restliche Zeit der laufenden Legislaturperiode ein Nachfolger gefunden werden muss. Einen „Fahrplan“ dafür gibt es bereits, und die „Startzeiten“ dafür stehen auch schon fest. Die Nominierungsversammlung wird nach jetzigen Planungen bereits in vier Wochen stattfinden, entweder am Mittwoch, 7. März, oder am Samstag 10. März. Die Zusammenkunft ist beim Wirt in Netterndorf, mit dem die Terminwahl noch abgestimmt werden muss.

Zum eigentlichen Urnengang werden die Bürger dann am Sonntag, 13. Mai, aufgerufen, so viel ist bereits festgezurrt. Die Nachfolgefrage ist noch offen, große Streitigkeiten darüber sind nicht zu erwarten, denn die Gemeinde ist in dieser Hinsicht ein Kuriosum. Es gab bei vorangegangenen Wahlen immer nur eine Liste, nämlich die der „Wählergemeinschaft Einigkeit Baiern“. Das kommentierte Zistl selbst früher einmal so: „Wir haben keine SPD und keine Grünen – das hat sich sehr bewährt bisher.“ Als der ehemalige Landwirt das Amt von seinem Vorgänger Leo Pößl übernahm, war er als Gemeinderat gerade mal zwei Jahre im Amt und schon Bürgermeisterstellvertreter. Ab März 1998 bekleidete er das Amt des Gemeindeoberhauptes. Das könnte ein Hinweis darauf sein, wie es in Baiern möglicherweise weitergehen könnte. Denn Zistls Stellvertreter ist Martin Riedl aus Antholing. „Fest steht jedenfalls, dass er kandidieren wird. Ob noch jemand anderer kandidiert, weiß ich nicht“, sagt Zistl, der in seiner Amtszeit Einiges bewegt hat.

Größtes Projekt war dabei mit Sicherheit der Umbau des Wirtsgebäudes in Berganger zum Dorfgemeinschaftshaus, auf das der Bürgermeister sehr stolz ist. Aber auch die Sanierung des Straßennetzes der Flächengemeinde, der Trinkwassernotverbund, der Bau der Kinderkrippe oder die Generalsanierung der Antholinger Schule wurden vom noch amtierenden Rathauschef entscheidend vorangetrieben und begleitet.

„So eine Entscheidung fällt nicht leicht“, sagt Zistl. „Dabei wurde auch der Familienrat mit einbezogen.“ Letztendlich seien die Gesundheit und das Alter die entscheidenden Motive gewesen, vorzeitig aus dem Amt zu scheiden. Der Gemeinderat wusste davon schon seit Januar, als sich der Bürgermeister in nichtöffentlicher Sitzung erklärte. Und seine Bürgermeisterkollegen wissen davon seit der jüngsten Dienstversammlung. „Sie sollten es nicht aus der Zeitung erfahren.“ Nachdem die Entscheidung einmal gefallen war, „wusste ich, dass es die Richtige war“, meint Zistl eigenem Bekunden nach „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Er erfüllte die Aufgaben des Bürgermeisters „immer mit sehr viel Herzblut“.

Wie geht es bei ihm persönlich weiter? „Langweilig wird mir bestimmt nicht“, ist sich Zistl schon sicher. Jetzt habe er wieder mehr Zeit für seinen Wald, oder auch, um mal eine Bergtour zu unternehmen.

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