Die Quelle an der Marienkapelle von Frauenbründl in der Gemeinde Baiern.
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4,5 Liter pro Sekunde lautet die aktuelle Messung. Die Quelle an der Marienkapelle von Frauenbründl in der Gemeinde Baiern sprudelt quasi über Nacht wieder wie zu ihren besten Zeiten. Über den Sommer drohte das Wasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden, nach Jahrhunderten plötzlich zu versiegen.

Das Wasser soll heilende Wirkung haben

Das Wunder von Frauenbründl: Fast versiegte Quelle sprudelt wieder - Verblüffung in Baiern

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Noch vor wenigen Tagen sah es danach aus, als könnte die in der ganzen Region bekannte Quelle von Frauenbründl, der heilende Wirkung zugeschrieben wird, ganz versiegen. Jetzt sprudelt das Wasser in der Gemeinde Baiern wieder, als wäre nichts gewesen.

Baiern – Das Wunder von Frauenbründl hat sie alle kalt erwischt. Kirchenpfleger, Bürgermeister, Geologen. Die Runde, die sich vor ein paar Tagen an der Wallfahrtskapelle Frauenbründl versammelt hatte, traute Augen und Ohren nicht: Als wäre nie etwas passiert, sprudelt die Quelle draußen vor dem Kirchlein munter in ihre Steineinfassung. „Der Anblick war total ergreifend“, sagt der Bairer Bürgermeister, Martin Riedl. Und fügt hinzu: „Fast wie ein Wunder.“ Nicht einmal eine Woche zuvor lag der das Rohr fast trocken.

Der Anblick war total ergreifend.

Baierns Bürgermeister Martin Riedl

Spätestens seit dem Pestjahr 1635 pilgerten Gläubige und Gesundheitsbewusste zu dem Kirchlein im Bairer Winkl. Gingen für einen Schluck von dem Wasser, dem heilende Kräfte nachgesagt werden, vor der Marienkapelle auf die Knie. Oder füllten es gleich tragerlweise für daheim ab. Bis Anfang des Jahres die kräftige Quelle zu einem mageren Rinnsal verkümmerte – ausgerechnet im Pandemiejahr 2020. Niemand in der Region konnte sich erinnern, dass das schon einmal geschehen wäre.

Vor der Marienkapelle, die über einen kurzen Waldpfad zu erreichen ist, läuft das Wasser in eine im Boden eingelassene Steinfassung.

Quelle von Frauenbründl: Rätsel ums Grundwasser

Nun läuft es also wieder wie früher. Ob wirklich der Herrgott seine Finger im Spiel hat, lässt sich kaum beweisen. Bürgermeister Riedl jedenfalls hat eine weltliche Erklärung parat: Wegen der trockenen Sommer der vergangenen Jahre dürfte der Grundwasserspiegel stark gefallen sein. Überraschend sei, dass die ergiebigeren Regenfälle heuer offenbar genügen, um den Pegel so weit anzuheben, dass er der Quelle neue Kraft verliehen hat. „Da muss eine Grundwasser-Kante übergeschwappt sein“, vermutet Riedl.

Wasser an der Marienkapelle sprudelt wieder: Geologe forscht nach

Erklären, was genau im Boden rund um die Pilgerstätte passiert ist, soll nun der Geologe, der selbst Augenzeuge des „Wunders von Frauenbründl“ wurde. Ihn hatte der Bürgermeister eigentlich angefordert, weil er dem plötzlichen Versiegen der Heilquelle nachgehen wollte. Am Rohrwerk der Quellfassung direkt unter der Kapelle hapert es nicht, das habe die erste Untersuchung, unter anderem per Kamerabefahrung, gezeigt. Ein detaillierterer Bericht dazu soll noch heuer folgen.

So sah es im Sommer aus: Nur ein mageres Rinnsal plätscherte aus der Quelle unter der Kapelle hervor.

Unbeeindruckt von so viel Aufmerksamkeit sprudelt die Quelle von Frauenbründl munter weiter – mit aktuell 4,5 Litern die Sekunde, wie eine Messung ergab. Im Sommer dürfte es weniger als ein Liter pro Minute gewesen sein. Die Muttergottes speist also wieder die Durstigen, die zu ihr pilgern. Für den Moment jedenfalls.

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