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Bürgermeister Josef Zistl präsentierte beim Wirt in Netterndorf seine Jahresbilanz. Es war seine Abschiedsvorstellung als Gemeindeoberhaupt.

Baierns Gemeindeoberhaupt Josef Zistl verlässt die politische Bühne

Seine letzte Bürgerversammlung

Dunkelgrauer Trachtenanzug mit Hirschhornknöpfen, an den Janker ist über der linken Brusttasche das Bairer Wappen gesteckt. Ganz still sitzt er da, in sich versunken, allein am einzelnen Tisch. Es ist Josef Zistls letzte Bürgerversammlung.

Baiern – 19.20 Uhr, beim Netterndorfer Wirt, kurz vor Beginn. Noch-Bürgermeister Josef Zistl bereitet sich auf den Jahresrückblick vor, den er den Gemeindebürgern gleich geben wird. Im Saal sitzen rund 120 Menschen, der frischgewählte Nachfolger Martin Riedl sitzt ganz vorn.

Gegenüber am Tisch wartet der Glonner VG-Kämmerer Markus Zistl auf seinen Einsatz, er wird den Bericht seines Vaters – Zahlen und Fakten aus der Gemeindepolitik – mit Bildern und Grafiken beleben. Bürgermeister Zistl rückt sich das Mikro zurecht und zeigt die Zahlen auf.

Die Kommune wuchs von 2017 bis 2018 um 20 Bürger (Wegzug 68, Hinzug 88), zum Jahresende 2017 zählte Baiern 1546 Einwohner, darunter sind 111 ausländische Mitbürger (rund 7 Prozent). Zehn Paare gaben sich das bindende Ja, 13 Geburten notierte das Standesamt und gleichviele Todesfälle, 264 Firmen oder Dienstleister haben ein Gewerbe gemeldet.

Baugebiet Weidach: Erstes Haus ist fertig

„Die meisten Sachen sind schon aufs Gleis gestellt“, versicherte Zistl stolz. Er sprach über begonnene und künftige Projekte, die „alle schon im Rollen sind“. Baugebiet Weidach: Das erste Haus ist gebaut, sechs weitere Grundstücke sind verkauft – von gesamt 15, die Baiern gehören. „Wir wollen das langsam vermarkten“, betonte Zistl und wies auf den strengen Kriterienkatalog zum Einheimischen-Bauland hin.

Dann beleuchtete der Bürgermeister die Erneuerung des Schmutzwasserkanals im Bereich Antholing (1,5 Kilometer Länge), nannte Kosten von 160 000 Euro, warf das Wort „gebührenrelevant“ zwischen die Zahlen und prognostizierte eine Gebührenerhöhung fürs Abwasser um einen Euro.

Ob den Bairern in naher Zukunft auch eine Erhöhung der Wassergebühren ins Haus steht, sprach Zistl nicht an. Explizit hob er aber das Alter der Leitungen (30 bis 40 Jahre) und diverse Schäden hervor, unterstrich den „enormen Kostenaufwand“ und betonte: „Zehn bis zwölf Prozent Wasserverlust durch die Schäden“. Die Erneuerung der Leitung soll noch in diesem Jahr geschehen, Kostenfaktor rund 80 000 Euro.

Turnhalle kostet ein „Schweinegeld“

Ein „Schweine-Geld“ wird laut Zistl auch die Erneuerung der Turnhalle Antholing kosten, samt Klärung des Sanierungsaufwandes und Behebung der Ursachen. Zistl rollte noch einmal die gesamte Geschichte von Starkregen und Hochwasser auf, das den Boden der Turnhalle zerstörte, die Halle ist seit dem Unwetter nicht nutzbar (wir berichteten). Auch am Regenwasserkanal stehen Erneuerungen an, versicherte Zistl und ergänzte: „Ob wir das wollen, oder nicht“. Der erste Schritt dazu ist bereits getan: Laut Zistl hat der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, den Regenwasserkanal zu erneuern (Kostenaufwand rund 85 000 Euro).

Von Susann Niedermaier

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