Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Der geplante Kiesabbau in Berganger könnte die Idylle beeinträchtigen. sro

Bürgerinitiative wird aktiv

Bairer fürchten um ihre Landschaft

Baiern - Der geplante Kiesabbau im Ortsteil Berganger ruft eine Bürgerinitiative auf den Plan und findet offenes Ohr bei Bürgermeister Josef Zistl (CSU).

Ein möglicher Kiesabbau bei Berganger sorgt für Unmut in der Gemeinde Baiern. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Bürgermeister Josef Zistl (CSU) wurden rund 200 Unterschriften gegen das geplante Projekt übergeben.

„Ja, die Firma Hafner Beton aus Bruckmühl sucht weitere Ressourcen zum Kiesabbau in unserer Gemeinde“, bestätigt Bürgermeister Zistl auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Das anvisierte Abbaugebiet befindet sich schräg gegenüber der Ortseinfahrt Berganger an der Staatsstraße 2079 Glonn - Hohenthann. Bis jetzt sei jedoch kein Antrag und kein Eingabeplan gestellt worden, berichtet Zistl. Er wisse jedoch, dass der Grundstücksbesitzer das Areal auf ein Kiesvorkommen prüfen ließ- mit positivem Ergebnis. Es sei aber so, dass jede Bodenschatzgewinnung, wie auch der Kiesabbau an der Stelle des Kiesvorkommens eine ortsgebundene und daher im Außenbereich baurechtlich privilegiert zulässige Tätigkeit ist.

Als „massiven Eingriff in die Natur“ beklagen die Initiatoren der Bürgerinitiative das geplante Projekt, denn dadurch werde dieses typische oberbayerische schützenswerte Landschaftsbild zerstört.

Die kleine Ortschaft Berganger gehört zu den 31 Ortsteilen der ländlich geprägten Gemeinde Baiern. Beranger ist in den letzten Jahren gewachsen, nach und nach entstand hier eine sanfte Entwicklung von Wohnen und Gewerbe, vor allem für Einheimische. Die Bauplätze waren vor allem wegen ihrer ruhigen und landschaftlich reizvollen Lage sehr begehrt. Die Bürgerinitiative befürchtet nun, dass der Abstand zwischen den ersten Häusern und der geplanten Kiesgrube möglicherweise keine 100 Meter Luftlinie betragen könne und dass durch den Kiesabbau nicht nur mit einer starken Lärmbelästigung zu rechnen sei, sondern auch mit der Entstehung von Feinstaub, der für Kinder und ältere Menschen besonders belastend und schädlich ist. Zudem könne eine Kiesgrube so nah an einem Wohngebiet mit vielen Familien eine Gefahrenquelle für spielende Kinder sein.

Neben den negativen Auswirkungen für das Naherholungsgebiet „Bairer Winkel“ sieht die Bürgerinitiative aber vor allem auch eine Belastung und Gefährdung durch den zunehmenden Verkehr. Die Ortseinfahrt Beranger auf die Staatsstraße berge jetzt schon ein erhöhtes Unfallrisiko, dass durch langsam ein- und ausfahrende Kieslaster noch erhöht werde.

Bürgermeister Josef Zistl hat viel Verständnis für die Sorgen seiner Bürger: „Das ist ein hoch sensibles Gebiet“. Als Rathauschef sieht er seinen Auftrag darin, die Landschaft seiner Gemeinde möglichst gut zu schützen und „alles in meiner Macht stehende zu tun, um dieses Projekt kritisch zu sehen“. „So ein Abbau zieht sich ja über Jahrzehnte hin“, sagte Zistl. Auch die zusätzliche Verkehrsbelastung macht ihm Sorgen, wenn auch keine Gemeindestraßen betroffen sind. Das Abbaugebiet liegt an der Staatsstraße und die Lkw werden über die Kreisstraße über Antholing Richtung Bruckmühl fahren.

Bei der Übergabe der Unterschriften zeigte sich Zistl erfreut, dass aus dem gesamten Gemeindebereich unterschrieben wurde und „nicht nur Neubürger, sondern viele Alteingesessene“.

Christine Gerneth

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