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Alles muss raus: Der Bairer Sportverein leistete ganze Arbeit bei der Entfernung des kaputten Turnhallen-Bodens. 

Bairer Sportverein macht vor, wie Selbsthilfe geht

Hallensanierung in Handarbeit

Das war harte Arbeit: Gemeinsam schleppten Jung und Alt in einer beispielhaften Aktion mit Eimern den zertrümmerten Boden der Turnhalle aus dem Keller des Antholinger Schulhauses nach oben.

Baiern – Ein Wassereintritt hatte den Boden zerstört.

„Die junge und die ältere Generation, gesamt waren es 30 Mitglieder des Bairer Sportvereines, bewegten hier in Zusammenarbeit Enormes“, berichtet Schriftführerin Rita Kaltner stolz über die Aktion. Mitglieder des Bairer Gemeinderates hatten einige Tage zuvor in Eigenarbeit den Estrich zerschlagen, die Gemeinde war an den Sportverein mit der Bitte herangetreten, den zertrümmerten Estrich aus der Turnhalle zu einem Container zu transportieren.

Die Halle hatte während eines Starkregens Anfang Januar dieses Jahres (wir berichteten) enormen Schaden erlitten. Wasser, das von unten in die Halle drückte, hatte Hallenboden samt Unterboden völlig unbrauchbar gemacht, Boden und Estrich mussten deswegen entfernt werden.

Hallenboden glich einem Trümmerfeld

„Erst dachte ich, das schaffen wir nie – der zerschlagene Estrich glich einem Trümmerfeld, dessen Anblick spontan an Kriegsgebiete erinnerte“, sagte Kaltner. Auch ihren Vorstandskollegen erschien bei der ersten Ortsbesichtigung die Aufgabe außerordentlich anspruchsvoll und arbeitsintensiv, berichtet sie weiter. „Schnell war klar – der Abtransport des gesamten Bauschutts muss mit Eimern über die Feuertreppe nach oben ins Freie erfolgen.“ Die Mitglieder des Sportvereines wurden mittels „Einsagens“ über den Arbeitseinsatz in der Turnhalle informiert.

„Wir waren mehr als positiv überrascht, es kamen rund 30 Helfer, darunter auch Frauen und Kinder, ein Teil der Fußballer und die Männer der Rücken-Fit-Gymnastik“, freute sich Kaltner. „Zu tun gab es genug, da wurde herausgeklopft, sortiert, geschleppt, gekehrt und abtransportiert – kurzum, Hand in Hand gearbeitet und alle waren sehr fleißig“, informiert Kaltner weiter.

Die Helfertruppe des Sportvereines schaffte nicht nur den Abtransport des Estrichs, sondern entsorgte zugleich auch die Isolier- und Dämmschicht der Halle. Die Sportler wurden anschließend mit einer Brotzeit, sowie Kaffee und Kuchen für die staubige Mühe belohnt. „Vielen Dank an Alle, insbesondere den Rücken-Fit-Männern, die mehr als die Hälfte der helfenden Hände ausmachten, ihr berufliches Wissen einbrachten, Gerätschaften und Fahrzeuge zur Verfügung stellten – das macht mich als Trainerin besonders stolz“, bedankte sich Kaltner.

Bärige Aktion - Bereitschaft zu helfen

Auch Bürgermeister Josef Zistl ist voll des Lobes und stolz auf die gelungene Gemeinschaftsaktion des Bairer Sportvereines. „Bärige Aktion – die Bereitschaft zu helfen war spontan da“, sagte Zistl unserer Zeitung. Benutzt werden kann die Turnhalle wohl noch länger nicht, meinte Zistl im Telefonat. Erst müsse die Wurzel des Übels beseitig werden, die sitzt im gemeindlichen Kanalsystem (wir berichteten).

„Die Abwasserleitung fürs Regenwasser muss komplett erneuert werden“, informierte Baierns Bürgermeister. Die Kosten dafür schätzt er „über den Daumen gepeilt auf 50 000 Euro, staatlichen Zuschuss gibt es nicht.“ Für Mitte nächster Woche hat sich das Gemeindeoberhaupt, wie er sagte, ein Ingenieur-Büro bestellt, von diesem erwartet er genauere Informationen zum möglichen Ablauf, der Planung und den Kosten. „Wenn alles glatt läuft, könnte der Baubeginn im Mai/Juni sein. „Erst wenn der Kanal fertig ist, kommt die Turnhalle dran“, betonte Zistl und spekuliert: „Zur Herbstsaison könnte die Halle wieder benutzbar sein.“ Derweil dient weiterhin der Gemeindesaal in Berganger als Ausweichfläche.

Von Susann Niedermaier

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