+
Die Bairer Gemeinderäte und Bürgermeister Josef Zistl (hinten M.) hatten sich in der jüngsten Sitzung mit den Fallstricken des Baurechts zu beschäftigen.

Gemeinderat beschließt

Grünes Licht für sechs Wohngebäude in Berganger

Großer Zuhörerandrang im Bairer Gemeinderat: Das rege Bürgerinteresse galt zum einen der Änderung des Bebauungsplanes „Berganger West II, zum anderen einer Ergänzungssatzung im Bereich Nettendorf-Südost.

Baiern – Grundstückseigentümer von noch nicht bebauten Grundstücken im Baugebiet „Berganger West II“ hatten einen Antrag auf Bebauungsplanänderung des Areals gestellt. Hans Baumann vom Moosacher Architekturbüro Baumen&Freunde stellte seinen Planentwurf vor. Die Baugrundstücke sind 1100 bis 1200 Quadratmeter groß, sie sollen geteilt und mit zusätzlichen Wohnhäusern bebaut werden. Für die nordwestliche Parzelle ist ein Doppel- oder Einzelhaus vorgesehen, auf den anderen Parzellen Einzelhäuser. Damit können jetzt sechs Wohngebäude entstehen, das führt zur gewünschten baulichen Innenverdichtung im Wohngebiet. Die Zahl der Wohneinheiten (zwei pro Gebäude) ist gleich geblieben.

Die Änderung des Bebauungsplanes lockert die Festsetzungen des alten Planes aus dem Jahr 1996 für eine zeitgemäße Bebauung auf. So darf sich die Dachneigung jetzt zwischen 23 und 33 Grad bewegen, die Dächer können wahlweise in den Farben Rot, Braun oder Anthrazit gedeckt werden, Vorschriften für Fensterformate gibt es keine mehr, Dachgauben sind bis zur Breite von 2,50 Metern zugelassen. Der Gemeinderat billigte den Planentwurf einstimmig, nun wird die Verwaltung beauftragt, den Plan öffentlich auszulegen und an die Behörden zu verschicken.

Lebhafter wurde es im Bereich Netterndorf. Doch die Bairer Räte rüttelten trotz Widerstandes eines Nachbarn, Anwaltsschreiben und Anhörungsverfahren nicht an ihrer Ergänzungssatzung, mit der sie einem Bauvorhaben in „Netterndorf-Südost“ bereits grünes Licht signalisiert hatten. Ein Landwirt hatte in einer Stellungnahme vom September 2017 erhebliche Bedenken gegen den Bau eines Doppelhauses angemeldet, das auf einer Fläche zwischen seinem Milchviehstall und einem zweiten Stallgebäude liegt. Zudem mussten sich Verwaltung und Planer mit Schreiben eines Anwaltsbüros auseinandersetzen, das von dem Landwirt beauftragt worden war. Bereits im Sommer und Herbst 2017 hatte sich dieser auf erhebliche Geruchs- und Lärmemissionen berufen, und darin als Störfaktoren Misthaufen, Güllegrube, Kuhstall und Abgase aus einer Werkstatt bemüht. Für den Beweis von Lärm auf seinem Bauernhof listete er zehn verschiedene Geräuschquellen wie Traktoren, Milchanlagen, Kompressoren, Kreissäge, Maschinenpflege und seine hauseigene Schreinerei auf. Weiter hatte er Natur und Denkmalschutz herangezogen und der Gemeinde Baiern in seinem Schreiben auch vorgeworfen, mit zunächst einem Vorhaben in Netterndorf nachfolgend schleichende Wohnbebauung beginnen zu wollen.

Diese Bemühungen erwiesen sich nach einer Beurteilung durch die Landkreisbehörde als vergeblich, die stufte den Weiler Netterndorf als Dorfgebiet, in dem land- und forstwirtschaftliche Einrichtungen ausdrücklich zugelassen sind. Das Landratsamt Ebersberg kann für umliegende Bebauung keine Einschränkung erkennen. Zwischenzeitlich hat sich zudem die Art der Bebauung geändert.

Planer Baumann las ein Schreiben der Grundstückeigentümerin vor. Darin beantragt die Bauwerberin, die zuvor ein Doppelhaus bauen wollte, nun nur noch Bauraum für ein Einfamilienhaus. Diese Veränderung entschärfe laut Landratsamt die Immissionsproblematik zusätzlich. Zügig stimmten die Räte dem Bau einer zweiten Wohneinheit im ehemaligen Betriebsleiterhaus auf einer Hofstelle in Kleinesterndorf zu.

Susann Niedermaier

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bereit für die „Kurze Nacht“
Etwa 40 Künstler werden am Samstag in Poing ihre Werke unter freiem Himmel herstellen und präsentieren. Ein Überblick: 
Bereit für die „Kurze Nacht“
Gottseidank endlich überstanden!
Der Ärger hat ein Ende, die neue Ortsmitte wird bald in neuem Glanz erstrahlen.
Gottseidank endlich überstanden!
Dorthin geht‘s zum WC
Nicht jeder Bürger dürfte wissen, dass es in der Gemeinde Poing acht öffentliche Toiletten gibt. Jetzt sind sie erstmals ausgeschildert.
Dorthin geht‘s zum WC
Schreiner der Zukunft
Sie sind der richtige Ansprechpartner, wenn es im Landkreis Ebersberg ums Arbeiten mit Holz geht.
Schreiner der Zukunft

Kommentare