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Reiner Spallek im Juni 2015 vor den Trümmern seines Kellers: Möbel, Sportgeräte, Kleidung und Erinnerungsstücke.

Hochwasserschutz

Bergangerer sind des Wartens müde

Baiern - Die Frage, wann endlich der versprochene Hochwasserschutz kommt, quält nach wie vor die Berganger Bürger, die vom Unwetter Anfang Juni 2015 erheblich betroffen waren. Jetzt haben sie noch einmal nachgebohrt.

Reiner Spallek, einer der Geschädigten des Hochwassers vom vergangenen Jahr, hatte die Gemeinde schon am Tag nach der Unwetterkatastrophe zum Handeln aufgefordert und sich einen 50 Zentimeter hohen Schutzwall hinter den Häusern gewünscht. Bürgermeister Josef Zistl hatte versprochen, zeitnah für Schutz zu sorgen und betont: „Das muss noch dieses Jahr gemacht werden. 15 Monate später ist noch nichts passiert.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung waren die Geschädigten des Wartens müde, sie wollen Antworten hören, Ergebnisse sehen. Wann kommt der versprochene Hochwasserschutz konkret? Zistl zeigte sich gelassen, er guter Dinge. Die Planung sei fertig, das Leistungsverzeichnis werde in den nächsten Tagen vom Planungsbüro an die Gemeinde geschickt. Bei günstiger Witterung könne die Maßnahme bereits Ende November fertig gestellt sein.

Doch Spallek blieb skeptisch, bat expliziert darum, die Aussage des Bürgermeisters ins Sitzungsprotokoll aufzunehmen.

Ein Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros bestätigte auf Anfrage der EZ den Abschluss der Arbeiten. Zum Schutz der Häuser in Berganger sei ein etwa 90 Zentimeter hoher, wasserundurchlässiger Wall geplant, der entlang der betroffenen Häuserreihe auf einer gemeindlichen Streuobstwiese errichtet werden solle. Angestautes Wasser würde im Wiederholungsfalle in den Regenwasserkanal eingeleitet. Die genaue Ursache des Hochwassers in Berganger konnte er nicht nennen. Aus den Höhenplänen des Vermessungsamtes, die das Ingenieurbüro zu Rate gezogen hatte, hätten sich keine Hintergründe ableiten lassen. Es handle sich um eine völlig normale Wiese, die lediglich eine leichte Mulde aufweise. „Wenn ich nicht die Fotos der Anwohner gesehen hätten, dann würde ich gar nicht glauben, dass genau an dieser Stelle Hochwasser war“, wunderte sich der Bauingenieur. Dennoch hatte der Starkregen fatale Folgen. Der Ingenieur sprach von erhöhtem Grundwasser und einem Wasserstand von 20 bis 30 cm auf der Wiese, obwohl kein Gewässer in der Nähe fließe. Dies sei ein seltener und extremer Tatbestand. Gesamt stufte er das Hochwasser als kurios, das Thema als weitschichtig, die Forschungen als schwierig ein.

Die Länge des Walls, der nun gebaut werden soll, konnte das Ingenieurbüro nicht nennen, Bürgermeister Zistl sprach von circa 80 Meter, der Häuserreihe entlang. Die Kosten für den Hochwasserschutz bezifferte er auf etwa 80 000 Euro.

Nachdem jetzt die Gemeinde aktiv geworden sei, nimmt das Gemeindeoberhaupt die Hausbesitzer im betroffenen Gebiet in die Verantwortung. „Jeder muss sehen, was machbar ist“. Als Beispiel nennt Zistl die Möglichkeit, Kellerschächte höher zu setzen.

Susann Niedermaier

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