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Einer von der Gemeinderatsentscheidung wenig begeisterten Zuhörerschaft sah sich Baierns Bürgermeister Josef Zistl (CSU) am Dienstag im Bairer Gemeindehaus gegenüber.

Jetzt prüft das Landratsamt

Kiesabbau in Berganger vom Bairer Gemeinderat genehmigt

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Baiern - Dem umstrittenen Kiesabbau am Ortsrand von Berganger hatte der Bairer Gemeinderat nichts entgegenzusetzen und genehmigte am Dienstag in einer Sondersitzung das Projekt.

Überrascht wirkte niemand. Lange Gesichter aber gab es zuhauf am Dienstagabend im Gemeindehaus von Berganger. Dort hatte der Bairer Gemeinderat in einer Sondersitzung über den Kiesabbau am Ortsrand von Berganger abgestimmt. Das umstrittene Projekt passierte das Gremium unter den Augen von rund 40 Zuschauern mit einer Gegenstimme.

Zuvor hatte Reinhard Brilmayer, Bauamtsleiter der VG Glonn, in seinem Sachvortrag dargelegt, was bereits in der Informationsveranstaltung in der Woche davor deutlich geworden war: Der Gemeinderat hat eigentlich keine Handhabe gegen den Kiesabbau, bei dem es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt. Zumal im Flächennutzungsplan der Gemeinde keine Konzentrationsflächen festgelegt sind, auf die derartige Vorhaben beschränkt werden können. Eine negativer Bescheid des Gemeinderats wäre wohl vom auf Landkreisebene kassiert worden.

Die Anwohner loten ihre Optionen aus

Während die Woche zuvor im Gemeindehaus Berganger eine hitzige Diskussion stattgefunden hatte, war der Ärger im Publikum am Dienstag Ernüchterung gewichen. Während der Bürger-Fragezeit loteten die Anwohner aber aus, welchen Spielraum es auf dem Rechtsweg gegen die fünf Hektar große Abbaufläche geben könnte. Vom Gemeinderat fühlen sich einige zu spät informiert und wägen nun die Kosten und Erfolgsaussichten eines Gerichtsprozesses ab.

Derweil liegt das weitere Vorgehen nun beim Landratsamt Ebersberg, das den Kiesabbau immissions- und naturschutzrechtlich prüft. Stand ist, dass die 19 Meter tiefe Grube zehn Jahre lang genutzt werden soll – wochentags von 7 bis 17 Uhr, in Einzelfällen auch am Samstagvormittag. Der Betreiber Hafner Beton, eine Tochter des österreichischen Leube-Konzerns, rechnet mit durchschnittlich nicht mehr als vier Lkw-Fahrten in der Stunde, die nicht über Gemeindestraßen, sondern die Staatsstraße 2079 und die Kreisstraße EBE 15 führen sollen. „Das Landratsamt beobachtet das sehr streng“, versicherte Bauamtsleiter Brilmayer.“

Nach zehn Jahren soll das Areal an der Staatsstraße 2079 gegenüber der Abzweigung nach Berganger renaturiert werden und im Norden ein kleines Biotop mit Wasserfläche erhalten. Zufrieden wirkten am Ende aber nur der Vertreter des Leube-Konzerns und Bürgermeister Josef Zistl (CSU), der sichtlich froh war, dass die Sitzung ruhig verlaufen war.

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