Die Schüler der Klasse 4 c mit ihrer Lehrerin Ursula Harder vor der Gemeindekanzlei in Antholing. Hier überreichten sie Bürgermeister Martin Riedl ihren selbst verfassten Wunschzettel. Danach marschierten sie wieder zurück zum Schulhaus.
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Die Schüler der Klasse 4 c mit ihrer Lehrerin Ursula Harder vor der Gemeindekanzlei in Antholing. Hier überreichten sie Bürgermeister Martin Riedl ihren selbst verfassten Wunschzettel. Danach marschierten sie wieder zurück zum Schulhaus.

Kommunalpolitik hautnah

Für ein Bushäuschen: Bairer Grundschulkinder schreiben Bürgermeister und haben Erfolg

So also funktioniert Kommunalpolitik: Bairer Grundschulkinder haben sich ein Bushäuschen gewünscht. Sie schrieben an ihren Bürgermeister. Der ging mit dem „Antrag“ in den Gemeinderat.

Baiern – Im Sinne lebendigen Lernens hat die vierte Jahrgangsstufe der Grundschule Glonn/Antholing Bürgermeister Martin Riedl im Kulbinger Rathaus besucht und ihm einen Wunschbrief überreicht. Die Kinder wünschen sich ein Bushäuserl im Ortsteil Berganger. Und sie hatten Erfolg. Der Gemeinderat erteilte prompt seinen Segen.

Bürgerliche Mitbestimmung hautnah erlebt

In den vierten Klassen ist Demokratie Teil des Unterrichtes. Inhalt sind auch die Möglichkeiten bürgerlicher Mitbestimmung durch Instrumente der direkten Demokratie wie: Wünsche und Anträge, Bürgerbegehren und Bürgerentscheid, zudem werden die Schüler über Aufgaben von Gemeindeoberhaupt und Gemeinderat unterrichtet, sagt Ursula Harder (51) der EZ. Harder unterrichtet im sechsten Jahr in Antholing an der Grundschule und ist Klassenleiterin der 4c. Während des Unterrichtes überlegte die Klasse, welche Wünsche sie dem Bürgermeister vorstellen könne und was davon vernünftig ist. „Es gab Wünsche nach mehr Spielgeräten auf dem Bolzplatz in Berganger, dann kam von einem Kind die Idee mit dem Bushäuschen in Berganger als Schutz bei Regen. Die Idee setzte sich in der Klasse durch.“ Harder vermutet, dass ein Bushäuschen für die Schulkinder schon länger Gesprächsthema ist.

So sieht der Brief aus, den die Bairer Kinder ihrem „lieben Bürgermeister“ schrieben. Ihr Einsatz hinterließ Eindruck beim Rathauschef und im Gemeinderat. Foto: SN

Bürgermeister liest Brief vor

Nun galt es, eine passende Formulierung für den Brief an den Bürgermeister zu finden. Die Basis, wie Briefe richtig geschrieben werden, übte die Klasse bereits in der dritten Klasse. Klassenleitung Harder und 23 Kinder der Klasse 4c wanderten von Antholing nach Kulbing und zurück, dazwischen besuchten sie Bürgermeister Riedl und übergaben den Wunschbrief. Den Wunsch der Kinder setzte Riedl auf die Tagesordnung des Bairer Gemeinderats, den Brief las er den Räten während der jüngsten Sitzung vor.

„Es geht um eine Unterstellmöglichkeit bei Regen.“ Riedl informierte die Räte, er wolle Standort und die Möglichkeit einer staatlichen Förderung prüfen lassen. „In Netterndorf und in Weiterskirchen sind auch keine Bushäuschen“, gab Alexander Müller zu bedenken, stimmte aber dennoch mit seinen Kollegen dafür. Lehrerin Harder und ihre Kinder freuen sich sehr über die Entscheidung des Gemeinderates.

Susann Niedermaier

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