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In einer der beiden Lehrerwohnungen im Bairer Schulhaus in Antholing sind Syrer untergebracht.

"Ungewöhnliches" Heizungssystem

Bairer Asylbewerber müssen frieren

Baiern - Die Antholinger Schule mit zwei angebauten Lehrerwohnungen ist über 50 Jahre alt und Eigentum der Kommune Baiern. Erst ein Rohrbruch zeigt jetzt der Gemeindeverwaltung, in welch desolatem Zustand sich eine der beiden Wohnungen befindet, die derzeit von vier Asylbewerbern genutzt wird.

In der Wohnung ergossen sich Anfang Oktober nach einen Rohrbruch Schlickmassen über Toilette und Waschmaschine. Wie Bürgermeister Josef Zistl im Gemeinderat informierte, ereignete sich der Schaden am Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit. Da kein Handwerker aufzutreiben war, mussten die Bewohner drei Tage lang die Antholinger Schultoilette benutzen. Der Schaden sei, so Zistl, am folgenden Arbeitstag behoben worden. Während der Reparatur hatten die Handwerker aber festgestellt, dass weitere Rohre in schlechtem Zustand sind. „Die Wohnung ist in den letzten 15 Jahren wenig benutzt worden, verschleißt einfach nach so vielen Jahren“, so Zistl in der Sitzung. Der Bürgermeister versicherte, in Toilette und Duschraum sei jetzt ein neuer PVC-Boden verlegt worden, die weiteren maroden Rohre würden in Kürze ebenfalls erneuert werden.

Auf Anfrage der EZ sagte der Bürgermeister, die Wohnung sei vor dem Einzug der Asylbewerber vom ehemaligen Lehrer Günter Staudter als Zweitwohnsitz genutzt worden. Weil die Gemeinde Baiern keine anderen Objekte zur Verfügung hat und einen Anteil zur Aufnahme von Asylbewerbern leisten wollte, sei die Wohnung für Asylbewerber freigegeben worden.

Wie das Ebersberger Landratsamt auf Anfrage mitteilt, seien bei Belegung einer kleineren Wohnung mit Asylbewerbern keine Prüfungen von Leitungssystemen oder des Brandschutzes durch die Landkreisbehörde nötig. „Es läuft genauso, wie wenn vier Studenten eine Wohnung mieten“, sagt Behördensprecherin Evelyn Schweiger. Anders sei es bei Großunterkünften. Die Verantwortung für die Wohnung im Schultrakt Antholing trägt laut Schweiger der Vermieter, die Gemeinde Baiern.

Bürgermeister Zistl versichert auf Anfrage, dass in der gemeindlichen Wohnung vor Bezug der vier Männer aus Syrien die Elektroleitungen erneuert, ein Rauchmelder eingebaut und ein Boiler installiert worden seien. Als etwas ungewöhnlich stuft Zistl aber das Heizungssystem in Schulgebäude und angrenzender Wohnung ein. Es gibt zwar eine Heizung in der Wohnung, doch ein Zimmer der Wohnung sei an das Heizsystem der Schule gekoppelt, das am Wochenende, an Feiertagen und in den Ferien „runtergefahren“ wird.

Zistl ließ erkennen, dass er für das „andere Wärmeempfinden der Menschen aus Syrien“ Verständnis habe. „Die jammern jetzt schon“, bedauert er und verspricht: „Wenn es richtig kalt wird, müssen wir uns was überlegen."

Susann Niedermaier

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