Der Gemeindeweiher Oberpframmern ist ein beliebter und gern genutzter Erholungsort. Jetzt stimmt auch die Wasserqualität wieder, der Einsatz der Fischergilde war erfolgreich. Foto: Gerneth

Bakterien "fressen" Schlamm

Oberpframmern - Oberpframmernern gelingt es, den örtlichen Löschweiher als gesundes Öko-System zu erhalten.

Der Gemeindeweiher Oberpframmern ist ein beliebter und gern genutzter Erholungsort für alle Altersgruppen. Der am östlichen Ortsrand liegende See ist eigentlich ein Löschweiher, hat sich aber zu einem kleinen Naherholungsgebiet gemausert. Hechte, Aale, Karpfen, Schleien, Waller und Weißfische sind hier ebenso zu Hause wie zahlreiche Wasserpflanzen.

Damit dieses schöne Stück Natur so bleibt, kümmert sich die Fischergilde Oberpframmern mit ihrem Vorsitzenden Georg Sedlbauer seit vielen Jahren um den See. Im vergangenen Jahr jedoch bemerkten die Mitglieder der Fischergilde, dass mit dem Gewässer etwas nicht stimmt. Der Wasserpegel war abgesunken, es war zu trocken, es fehlte Sauerstoff. Um ihren Verdacht zu erhärten, vermaßen die Fischer im Juni 2014 zunächst den See mit dem Ergebnis: die Schlammschicht war über einen halben Meter dick, die eigentliche Wasserhöhe nur noch 70 Zentimeter. Die Fischer machten sich viele Gedanken, was in so einem Fall zu tun sei. Ein Ausbaggern des Sees wurde wegen der hohen Kosten und den Risiken verworfen.

Bei seiner intensiven Recherche stieß Michael Israel auf einen Bericht im Fernsehen. Dort wurde gezeigt, wie mit Calziumperoxid Seen ökologisch verträglich entschlammt worden sind. Diese Lösung wurde der Gemeinde Oberpframmern vorgestellt. Der Gemeinderat beschloss die Kostenübernahme, und bereits im Juli wurde das mit Mikroorganismen versetzte Wasser-Calziumperoxid-Gemisch in die Schlammschicht eingebracht.

Michael Israel erklärt den Vorgang so: „Das mit Bakterien angereicherte Oxidationsmittel zerfällt konstant. Mithilfe des entstehenden Sauerstoffs wandeln die Bakterien den Schlamm zu Kohlensäure und Wasser um. Als weiteren Effekt bindet das enthaltene Calzium die den Algenwuchs begünstigenden Nährstoffe in Form von Phosphat zu einer wasserlöslichen und damit ungefährlichen Form. Übrig bleibt am Ende des Prozesses Sand - der auch auf den Grund des Gewässers gehört.“ Nach zwei Monaten wurde der See wieder vermessen mit dem Ergebnis: die Schlammschicht war um etwa 25 Prozent kleiner geworden.

„Ganz zufrieden waren wir allerdings nicht mit dem Ergebnis“, berichtet Israel. Eine Wasseranalyse bestätigte aber eine gute Wasserqualität. Wie sich herausstellte, waren die Mitglieder der Fischergilde etwas zu ungeduldig, denn Messungen in diesem Sommer zeigten, dass die Schlammablagerungen nochmals um 25 Prozent weniger geworden waren. Zudem stellten die Fischer fest, dass sich, trotz der großen Trockenheit im Sommer, der Wasserspiegel nur minimal gesenkt hatte - er war sogar 50 Zentimeter höher als im vergangenen Jahr. „Wir schlossen daraus, dass der Weihergrund nicht mehr so durchlässig ist“, resümierte Israel die Aktion.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellten Georg Sedlbauer und Michael Israel den Gemeinderäten das Ergebnis der Arbeiten am Gemeindeweiher vor. Diese zeigten sich hocherfreut. Im Herbst und im Frühjahr wollen die Weiherpfleger noch einmal das Mittel in Form von Langzeittabletten einbringen, um auch die restlichen Schlammablagerungen zu beseitigen.

Bürgermeister Andreas Lutz bedankte sich bei den Fischerfreunden für die geleistete Arbeit.

Christine Gerneth

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