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Der Eisbach in München gilt als Mekka der Riversurfer. Doch er ist nicht ungefährlich – vor allem nachts.

Auszeichnung für Philipp Soller

Baldhamer zieht Bewusstlosen aus dem Eisbach

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Baldham - – Der Eisbach in München ist das Mekka der Riversurfer in der Landeshauptstadt. Für einen Studenten wäre er aber fast zu tödlichen Falle geworden. Wenn es nicht Philipp Soller aus Baldham gegeben hätte.

Soller und Thomas Hensel aus München haben ein Menschenleben gerettet. Ohne sie wäre der Student Martin B. heute nicht mehr am Leben. Er wäre vermutlich ertrunken.

Der Eisbach ist anspruchsvoll. Auf seiner Welle zu reiten, erfordert Geschick und ist trotzdem gefährlich – erst recht in der Nacht. Wie gefährlich, zeigte sich bei einem Unfall, der fast einen tödlichen Ausgang genommen hätte. Der verunglückte Surfer wurde nach einem Sturz von seinem eigenen Brett in Eisbach hart am Kopf getroffen und verlor durch den Schlag das Bewusstsein. Er trieb hilflos im Wasser. Sein Glück: Philipp Soller aus Baldham hatte den Unfall aus nächster Nähe mitbekommen. Als dem Baldhamer klar wird, dass der Ohnmächtige zu ertrinken droht, springt er sofort in die eiskalten Fluten, um dem Verunglückten zu helfen. Für diese Entschlossenheit wird er heute im Antiquarium der Münchner Residenz zusammen mit Thomas Hensel geehrt.

Die beiden erhalten aus der Hand des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer im Rahmen einer Feierstunde die Bayerische Rettungsmedaille. Der Freistaat bedankt sich auf diesem Weg bei insgesamt 87 Lebensrettern aus ganz Bayern.

Seehofer ist stolz darauf, dass „es Menschen gibt, die dann zupacken, wo es nötig ist, ohne zu zögern und dadurch nicht selten sich selbst in Gefahr bringen.“

Dieses Risiko ging auch Philipp Soller ein. Er braucht etwa 300 Meter, um den Bewusstlosen endlich zu fassen zu bekommen. Die Strömung im Eisbach ins reißend. Auch Thomas Hensel springt in der Dunkelheit ins Wasser, um Philipp Soller zu helfen. Er ist durch Rufe auf den Unfall aufmerksam geworden.

Gemeinsam gelingt es den beiden schließlich, den Ohnmächtigen ans rettende Ufer zu ziehen. Der Verunglückte wird sofort ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte seine Kopfverletzung behandeln können. Er wird wieder vollkommen gesund.

„Retter geben Kraft und machen Mut – den Geretteten und uns als Gesellschaft insgesamt“, sagt Ministerpräsident Horst Seehofer angesichts des selbstlosen und mutigen Einsatzes der beiden Männer. Heldentaten wie die von Philipp Soller und Thomas Hensel würden das Fundament bilden für unser Zusammenleben. „Mit der Auszeichnung sagt Bayern Dank und Anerkennung für Rettung von Mitmenschen aus höchster Not."

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