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„Das ist eine Bausünde, und nicht nur optisch“, sagt Herbert Scheuerer, einer der Eigentümer, über das Rossini-Zentrum in Baldham.

Eigentümer planen Neubau

Baldhamer Rossini-Zentrum droht der Abriss

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Baldham - Vor allem Wohnungen, dazu noch einige ausgesuchte Läden auf insgesamt 6000 bis 8000 Quadratmetern – sie könnten bald mitten in Baldham entstehen. Die Eigentümer des Rossini-Zentrums haben große Pläne.

 Das Rossini-Zentrum gegenüber des Gymnasiums ist in die Jahre gekommen. Auch als Einkaufszentrum funktioniert es nicht mehr so, wie es in den 1970er Jahre eigentlich geplant worden war. Nun denkt die Eigentümergemeinschaft mit insgesamt 22 Mitgliedern über Veränderungen nach.

Das Gebäude könnte abgerissen werden und einem Neubau weichen. Die Eigentümer haben dazu nahezu einstimmig ein städtebauliches Büro mit einer Vorplanung beauftragt, wie Herbert Scheuerer, einer der Eigentümer, auf Anfrage der EZ erklärt. Scheuerer betreibt im Rossinizentrum den E-Sport Club inklusive Gastronomie. Dort werden elektronische Spiele angeboten.

Auslöser für die Pläne war die veränderte Situation für das Zentrum mit seinen verschiedenen Angeboten. Es wurde in den vergangenen Jahren immer weniger angenommen. Das lag unter anderem auch an der Konkurrenz durch die zusätzlichen Möglichkeiten im neuen Zentrum Baldham. „Auch der Aldi und andere Geschäfte sind nicht weit weg“, sagt Scheuerer. Das hatte auch in der Vergangenheit immer wieder zu Leerständen in dem Flachbau geführt. Derzeit sei die Situation wieder besser, so Scheuerer. Aktuell zieht beispielsweise ein Fitnesszentrum ein. Doch man müsse auch an die Zukunft denken. Längerfristig werden für kleinere Einheiten wie das Rossini-Zentrum die Überlebenschancen allgemein als gering eingestuft. Und derzeit ziehe das neue Gewerbegebiet Parsdorf mit seinen vielen Geschäften Kapazitäten ab, klagt Scheuerer.

Die von den Eigentümern in Auftrag gegebene Studie zeigt vier Varianten auf. Die aktuelle Nutzfläche von 2200 Quadratmetern könnte durch zusätzliche Stockwerke auf 6000 bis 8000 Quadratmeter erhöht werden. Entstehen sollen vor allem Wohnungen. Aber auch einzelne Geschäfte wie einen Bäcker oder einen Schreibwarenhandel kann sich Scheuerer wegen der Nähe zum Schulzentrum dort gut vorstellen, ebenso wie ein Café.

Um das umzusetzen, ist jedoch eine Änderung des dortigen Bebauungsplans notwendig.

Die Studie haben die Eigentümer bereits im Rathaus Vaterstetten abgegeben. Sie wird im Bauamt geprüft. Der Ältestenrat des Gemeinderates, also die Fraktionssprecher des Gremiums, seien ebenfalls informiert, heißt es. Die Gemeinde selbst könnte auch von der Gesamtplanung profitieren. Ihr gehört nämlich das Grundstück, auf dem derzeit der Parkplatz des Rossini-Zentrums liegt. Dort könnte mit der Umgestaltung nach den derzeitigen Vorstellungen der Planer auch ein Wohnhaus im Eigentum der Kommune entstehen, eingebunden in ein Gesamtkonzept.

Das Gebäude des Einkaufszentrums stammt aus den 1970er-Jahren. Es sei nicht mehr zeitgemäß und auch nicht gerade ansprechend, sagt Scheuerer. „Das ist eine Bausünde, und nicht nur optisch.“

Nun soll zunächst die Reaktion der Gemeinde abgewartet werden. Dann könnte ein weiterer wichtiger, aber auch schwieriger Schritt folgen: Alle Eigentümer müssen zustimmen. Wenn einer ausschert, kann das Projekt nicht umgesetzt werden. Da geht es natürlich auch um wirtschaftliche Überlegungen und eine Risikoabwägung. Doch Scheuerer ist zuversichtlich: „Unsere Pläne fügen sich gut in die Umgebung ein. Wenn wir es vernünftig machen, dann kann für alle Beteiligten etwas Gutes dabei herauskommen."

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