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Jubilarin Else Wende  erhielt auch Glückwünschen von Landratsstellvertreterin Waltraud Gruber und Vaterstettens zweitem Bürgermeister Martin Wagner.

Else Wende feiert in Vaterstetten 95. Geburtstag

Semmeln für Dieter Hildebrandt 

Baldham  Else Wende strahlt und lässt sich nicht anmerken, dass ihr 95. Geburtstag einiges an Aufregung mit sich bringt. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag Besuch vom Bürgermeister und einer Stellvertreterin des Landrats.

Dabei hat Else in ihrem Leben schon weitaus Aufregenderes erleben müssen. Geboren wurde die Jubilarin 1921 in Thomaswaldau bei Bunzlau in Schlesien. Als junges Mädchen ging sie bei einem Bäcker in Stellung und so kam es, dass sie morgens der Familie eines gewissen Dieter Hildebrandt die Semmeln lieferte. Wie berühmt dieser später als Kabarettist werden sollte, ahnte Else damals freilich nicht.

1942 heiratete sie ihren Mann Hasso, auch ihr ältester Sohn Klaus-Peter wurde noch in Schlesien geboren. Doch die Zeit in der Heimat näherte sich dem Ende: Hasso flüchtete nach dem Kriegsende 1945 übers Haff nach Schleswig-Holstein, Else und ihr Sohn wagten zwar schon im Februar die Flucht, wurden aber zurückgeschickt. Erst 1947 wiesen die Polen sie endgültig aus.

Else kam in den Harz, von dort aus ging sie auf die Suche nach ihrem Mann. Erst 1948 fanden sie sich wieder und gingen gemeinsam nach Schleswig-Holstein, wo Hasso eine Stelle auf einem Bauernhof gefunden hatte.

Sechs Jahre lang lebten sie dort in einem kleinen Zimmer, erst zu dritt, dann sogar zu viert, als Söhnchen Wolfgang geboren wurde. Damit wurde es endgültig zu eng, Hasso suchte sich eine Stellung in Nordrhein-Westfalen und holte seine Familie nach. Als die Söhne erwachsen wurden, zog Klaus-Peter nach Freiburg und Wolfgang nach München, seit 1987 lebt er in Baldham. Nach dem Tod des Vaters holte Wolfgang seine Mutter zu sich. Er fand für sie eine kleine Wohnung im Nachbarhaus und dort lebt Else nun glücklich und zufrieden.

Nur eines ärgert Mutter und Sohn: „Man nennt das Rossinizentrum oft Rollator-City. Tatsächlich aber ist es hier für Rollator- und Rollstuhlfahrer äußerst beschwerlich“, schimpft Wolfgang. Denn am Eingang des Hochhauses müssen fünf Stufen überwunden werden, die Rampe ist zu schmal und viel zu steil. Eine provisorische Holzrampe, die Gehbehinderte leichter nutzen konnten, musste auf Betreiben der Nachbarn und der Hausverwaltung wieder abgebaut werden: „Die wollten das nicht.“

Dabei ist Else Wende längst nicht die Einzige in dem Hochhaus, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist. Vaterstettens zweiter Bürgermeister, der zusammen mit Landratsstellvertreterin Waltraud Gruber zum Gratulieren gekommen ist, hört sich die Sorgen der Jubilarin an, machen kann er aber nichts: „Das ist Privatgrund.“ Zum Glück hat Else ihren Sohn in der Nähe, der ihr hilft, dieses Hindernis zu überwinden.

Susanne Edelmann

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