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Der Boden wird angehoben: Künftig sollen Gemeindezentrum und Kirche auf einer Ebene liegen. Auch die Stolperstellen beim Straßeneingang zum Gemeindezentrum sollen verschwinden. Pfarrer Stephan Opitz freut sich.

Gemeindezentrum der Petrikirche wird barrierefrei

Diese Stufen kommen weg

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Die Sanierung an der Petrikirche wird ausgeweitet. Neben neuen Fenstern und neuem Dach für das Gemeindezentrum werden nun auch Barrieren beseitigt.

Baldham – „Alles Gute kommt von Oben.“ Dieses Sprichwort trifft für die evangelische Petrigemeinde in Baldham nur zum Teil zu. Denn wenn Regen aus den Wolken fällt und der Wind bläst, geht es im Gemeindezentrum „nass nei“. Eigentlich sollte das Problem in diesem Jahr gelöst werden. Nach der Konfirmation sollten die Bauarbeiten beginnen. Doch nun beschlossen die zuständigen übergeordneten Gremien auf Dekanatsebene, das Projekt auszuweiten und sowohl Kirche wie Gemeindesaal zusätzlich barrierefrei umzugestalten.

„Grundsätzlich positiv und sinnvoll“, meint Pfarrer Stephan Opitz. Jedoch müssen die Gläubigen nun noch eine Weile mit Wassereinbrüchen leben. Der Beginn der Baumaßnahmen verschiebt sich wegen des erweiterten Umfangs um ein Jahr. Los gehen soll es jetzt erst 2018.

Schon seit Jahren hat die Petrigemeinde in ihrem an die Kirche angebauten Gemeindehaus das Wasserproblem. Grund ist ein Baufehler aus den 70er-Jahren. Das Fensterband im Dach des Anbaus ist undicht. Bei Regen und Wind dringt Wasser ein.

Die Spuren der Feuchtigkeit sind auf dem Holzfußboden deutlich zu sehen. „Da musste schon mehrmals repariert werden“, erklärt Pfarrer Opitz.

Undicht: Durch das Fensterband im Dach des Gemeindezentrums dringt Wasser ein.

Bereits mehrmals gab es auch Versuche, das Problem des undichten Daches zu lösen, jedoch ohne Erfolg. Als einzig zielführend wurde schließlich abgesehen, das Dach abzureißen und neu aufzubauen, dann natürlich mit entsprechender Dämmung. Dabei könnte es gleich höher gesetzt werden, so etwa eineinhalb Meter. Das war der Stand im Februar vor einem Jahr. Auch die Fensterfronten im Gemeindehaus sollten saniert werden. „Die Fenster zerfallen regelrecht“, so Opitz.

Dann ging das Projekt durch die kirchlichen Gremien, den Bauausschuss des Dekanats, den Finanzausschuss. Da sei dann die Frage gestellt worden, wenn schon umgebaut wird, warum dann nicht gleich die Kirche samt Gemeindehaus barrierefrei umgestaltet wird, schildert Opitz den weiteren Verlauf.

Derzeit geht es von der Kirche in den Gemeindesaal drei Stufen nach unten. Zwischen dem Saal und der Kirche gibt es eine Faltwand, die weggeschoben werden kann. Damit wird der Kirchenraum erweitert. Gläubige im Saal sitzen dann jedoch etwa einen halben Meter tiefer als in der Kirche. Um das auszugleichen müsste der Boden angehoben werden.

Eine größere Barriere ist jedoch der Seiteneingang zum Gemeindesaal von der Straße aus. Vor allem Senioren, die zu Treffen in den Saal kommen, müssen hier über mehrere Treppenstufen nach unten. „Das ist mit Rollatoren ziemlich schwierig“, so Pfarrer Opitz. „Ganz zu schweigen von Rollstühlen.“ Nicht selten sei es an den Treppen schon zu Stürzen und Verletzungen gekommen. Auch dieses Problem könnte mit dem jetzigen Vorhaben gelöst werden.

Zunächst war der Kirchenvorstand der Petrikirche skeptisch. Es geht ja auch um viel Geld. Insgesamt rund 474 000 Euro soll die Maßnahme kosten. Davon werden die Landeskirche und das Dekanat jeweils ein Drittel übernehmen, ein Drittel muss die Petrigemeinde selbst aufbringen.

„Nun werden wir also erst im Jahr 2018 den Umbau beginnen können“, so Opitz. „Dafür aber können wir uns auf ein Gemeindezentrum freuen, das dann über ein wärmeisoliertes und dichtes Dach verfügen wird. Wir bekommen nach 50 Jahren neue Fenster und alle Räume sind ebenerdig zu begehen.“

In der Kirche selbst soll nicht saniert werden. Dort wurden bereits die alten elektrischen Heizstrahler durch eine Wand-Heizung ersetzt. Auch das Dach ist gedämmt. Mehr soll nicht gemacht werden, so Opitz. „Schließlich ist dies einen Kirchenraum und kein Wohnzimmer.“

Ein anderes Großprojekt der Petrigemeinde nähert sich seiner endgültigen Umsetzung. Die Kirche erhält eine neue Orgel. Rund 220 000 Euro wird das Instrument kosten. Etwa 190 000 Euro wurden bereits durch Spenden aufgebracht. Einen weiteren Betrag erwartet Opitz beim „Abpfiff-Gottesdienst“ am Faschingssonntag, 26. Februar. Dann wird die alte Orgel abgebaut, ihre Pfeifen werden versteigert. Alle Gäste sind willkommen.

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