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An die Wand über dem Eingang gehängt sind die Orgelpfeifen. Pfarrer Stephan Opitz (l.) und Orgelbauer Josef Maier freuen sich über das neue Instrument.

Petrikirche Baldham

Neue Orgel hängt an der Wand

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„Die Nervosität steigt“, räumt Pfarrer Stephan Opitz ein. Vier Wochen lang war die evangelische Petrikirche in Baldham (Gemeinde Vaterstetten) geschlossen, wegen Renovierungsarbeiten. Am Sonntag, 21. Mai,  wird ab 9.30 Uhr wieder ein Gottesdienst gefeiert. Dann wird auch erstmals die neue Orgel erklingen.

Baldham – Am Freitag war Orgelbauer Josef Maier aus Hergensweiler im Allgäu noch mit letzten Arbeiten beschäftigt. Das besondere: Der Spieltisch des Instruments mit zwei Manualen und 13 Registern steht in der Nähe des Altars, die Orgelpfeifen aber hängen überwiegend rund 20 Meter entfernt an der Empore über dem Eingang. Verbunden sind die beiden Teile durch Kabel für die elektronische Steuerung, die über den Dachboden verlegt wurden. „Das ist sicherer als eine Funkverbindung“, erklärt Maier. Orgelbauer hätten schon um 1900 die damals neue elektrische Technik zur Steuerung genutzt, erzählt Maier. Auch, um auf der Empore Platz für den Chor zu schaffen, statt des Spieltisches mit den Manualen.

Die Petrikirche wurde in den 1950er-Jahren gebaut. Damals stand die Orgel auf der Empore. Gut geklungen hat das nicht. Denn der Raum ist nur etwa 2,30 Meter hoch. Deshalb wurde das Instrument später neben dem Altar aufgestellt. Der Orgel habe das nicht gut getan, meint Pfarrer Opitz. Aber für die Gemeinde sei es gut gewesen, das Instrument besser zu hören. Vor ein paar Jahren wurde klar, dass die Orgel nicht mehr sanierbar ist. Ein Gutachter sprach von mangelhafter Ansprache der Pfeifen, von massivem Schimmelpilzbefall, aufgerissenen Stimmschlitzen, verbogenen Pfeifenkörpern.

Die Petrigemeinde entschied sich für eine neue Orgel. Kosten: 213 000 Euro. Der Betrag wurde über Spenden aufgebracht. „Ich bin so stolz auf die ganze Gemeinde“, betonte Opitz. Auch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein sei hervorragend gewesen. „Wir waren ein gutes Team.“ Viele Gemeindemitglieder haben Patenschaften für neue Pfeifen übernommen oder durch Versteigerung die alten Pfeifen der Orgel erworben.

Die Empore ist nun der Standort für das neue Instrument. Mit Blick auf die früheren Probleme steht ein Großteil der Pfeifen nicht auf der Brüstung, sondern wurde an die Wand davor, links und rechts vom „Balkon“ gehängt. Der entstandene Bogen schmiegt sich quasi unter die geschwungene Holzdecke. „Sie fügen sich ein, als hätten sie schon immer dort gestanden“, meint Opitz.

Auf der Empore steht zudem ein zweiter, kleinerer Spieltisch, über den ein Teil der Pfeifen angesprochen werden kann. „Das ist ein Zuckerl“, so Orgelbauer Maier. Denn dieses Teil-Instrument kommt ganz ohne die elektronische Steuerung aus. „Das kann beispielsweise bei Taufen genutzt werden.“

Am Sonntag, 21. Mai, ist nun Einweihung. Der feierliche Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr. Weil viele Gäste erwartet werden, wurden zusätzlich Stühle aufgestellt. „Wir werden zunächst mit dem ersten Lied ohne Orgel anfangen“, erklärt Pfarrer Opitz. Dann werde das Instrument leise einsetzen und später immer lauter werden. „Am Schluss mit ,Lobet den Herren‘ werden dann alle Register gezogen. Darauf freue ich mich schon.“

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