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Die evangelische Petrikirche in Baldham, in der die renovierungsbedürftige Orgel steht.

Es geht ums Geld

Orgel-Ärger um Baldhamer Petrikirche

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Vaterstetten – Die Klänge einer Orgel können beim Zuhörer für Erbauung sorgen. Wenn es aber dabei um Geld geht, können Misstöne entstehen, wie jetzt im Gemeinderat Vaterstetten.

Hintergrund: Die Gemeinde der evangelischen Petrikirche in Baldham hat bei der politischen Gemeinde einen Zuschussantrag zur Erneuerung der Orgel gestellt. Das derzeitige Instrument stammt aus dem Jahr 1959 und hat aufgrund starker Temperaturschwankungen, ausgelöst auch durch die ehemalige elektrische Heizung der Kirche, enorme und irreparable Schäden erlitten. Die Kosten für die neue Orgel betragen rund 196 000 Euro. Davon sind laut Petrigemeinde bereits 120 000 Euro über Spenden finanziert. Die Lücke liegt also bei 76 000 Euro. Das Rathaus Vaterstetten hat nun einen Zuschuss von 15 000 Euro vorgeschlagen. In ähnlichen Fällen, etwa bei der Kirchturmuhr der Kirche in Purfing oder der Renovierung in Maria Königin betrug der Zuschuss rund 20 Prozent des Eigenanteils der Kirchengemeinde. Das Rathaus wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht zu diesem Zuschuss verpflichtet sei.

Schmidt ist dagegen - selbst, wenn ihn der "Bannstrahl" trifft

Vehement gegen eine finanzielle Beteiligung sprach sich Manfred Schmidt (FBU/AfD) aus. Die Klänge der Orgel seien zwar ein akustisches Ereignis, das er auch künftig nicht missen wolle. Eine freiwillige Leistung aus der „klammen Gemeindekasse“ komme für jedoch nicht in Frage. Vor allem auch deshalb, weil sich die evangelische Landeskirche nicht an der Maßnahme in Baldham beteilige. Schmidt verwies auf „steigende Kirchensteuereinnahmen“, Klingelbeutel und Spendenkörbchen. Der Bürgermeister könne nicht mit dem Klingelbeutel durch Vatersteten ziehen. Und auch bei der einer Bürgerversammlung würde ein Klingelbeutel „eher verwundern“. so Schmidt. Selbst wenn ihn ein „Bannstrahl“ treffen würde, würde ihn das nicht abhalten, dagegen zu stimmen. Herbert Uhl (Freie Wähler) kritisierte, dass wegen der schlechten Haushaltslage in Vaterstetten eine Straßenausbaubeitragssatzung eingeführt werde. Man müsse jetzt abkassieren und noch mehr Gebühren erfinden, um freiwillige Leistungen verteilen zu können.

Reitsberger "15.000 Euro für die Königin der Musikinstrumente ist ein kleiner Beitrag"

Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) sprach sich hingegen für den Zuschuss aus, zumal in der Kirche auch Konzerte für die Öffentlichkeit stattfänden. „Ich finde, 15.000 Euro für die Königin der Musikinstrumente ist ein kleiner Beitrag für das lebendige Kulturleben in unserer Gemeinde.“

Christl Mitterer (CSU) erklärte: „Wir sind nunmal ein christlich geprägtes Land. Das sollten wir im Hinterkopf behalten.“ Sie lobte Arbeit des Fördervereins der Petrigemeinde und brachte Spenden für die Orgel ins Gespräch, beispielsweise zu Weihnachten. „Ich habe meinen Obolus geleistet“, meinte Stefan Ruoff (Grüne). „Ich zahle Kirchensteuer“, erklärte Schmidt. Schließlich stimmte die Mehrheit des Ausschusses für den Zuschuss.

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