Schnee-Chaos: Störungen auf der Stammstrecke

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Seit 70 Jahren auf einer Wellenlänge

Baldham - Respekt: Erich (94) und Anneliese Brandmayr (90) aus Baldham feiern das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Sie sind immer noch glücklich miteinander.

Das passiert auch einem Bürgermeister oder Landrat nicht oft und deshalb ließen es sich weder Georg Reitsberger noch Robert Niedergesäß nehmen, zu diesem Gratulationstermin persönlich zu erscheinen: In Baldham feierten Anneliese (90) und Erich Brandmayr (94) am Donnerstag ihre Gnadenhochzeit. Das bedeutet: 70 Jahre Ehe.

Kennengelernt im Schwimmverein

Anneliese war knapp 16, als sie Erich kennenlernte, einen Freund ihres Bruders. Beide Burschen waren in München im Schwimmverein aktiv, dem auch Anneliese dann beitrat. So begegneten sich die beiden immer wieder und verliebten sich ineinander. Am 4. Februar 1946, eine knappe Woche nach Erichs 24. Geburtstag, wurde schließlich geheiratet. Anneliese war da gerade mal 20. „Wir waren in der Au auf dem Standesamt und haben dann in Waldtrudering noch kirchlich geheiratet“, erzählt Anneliese.

In Waldtrudering hatten Erichs Eltern ein Häuschen, dort zog das junge Paar ein. Drei Jahre später kam Tochter Elisabeth zur Welt. Erichs Eltern besaßen eine Metzgerei nahe dem Prinzregentenplatz, dort arbeiteten auch Erich und Anneliese kräftig mit und übernahmen den Betrieb schließlich selbst.

Erich stellte von Anfang an klar: „Mit 50 hören wir auf zu arbeiten!“, schließlich seien die Metzgersfrauen früher alle „zammg’arbeitet“ gewesen, das wollte er seiner Frau ersparen. „Mein Vater hat meine Mutter immer sehr verwöhnt“, bekräftigt Tochter Elisabeth. Nach Baldham kam die Familie durch einen guten Kunden der Metzgerei. Der überredete Erich, ein Grundstück in Baldham zu kaufen, damals noch zu einem Spottpreis. Und noch einen guten Rat gab er den Brandmayrs: „Baut’s erst ein Mietshaus, davon könnt’s leben.“ Das taten sie dann auch und erst, als sie 1976 tatsächlich in Ruhestand gingen, bauten Erich und Anneliese für sich selbst noch ein weiteres Haus auf dem Grundstück.

Reisen, Hunde und Sport halten fit

Ihre Metzgerei haben sie verkauft - zwar heiratete Tochter Elisabeth dann selbst auch einen Metzger, doch der hatte seinen eigenen Betrieb. Anneliese und Erich genossen ihren Ruhestand in Baldham sehr. Von hier aus unternahmen sie Reisen und Ausflüge, hatten zeitweise bis zu vier Hunde und frönten weiter ihrem gemeinsamen Hobby, dem Schwimmen: Bis vor wenigen Jahren sind sie noch jede Woche viermal beim Schwimmen gewesen, im Sommer gerne mal am Steinsee, ansonsten immer wieder im Müller’schen Volksbad: „Das ist meine zweite Heimat“, lächelt Erich. Zwar lässt die Gesundheit heute keinen Wassersport mehr zu, aber das Ehepaar ist noch immer rüstig und versorgt sich weitgehend selbst. Einmal pro Woche kommt Elisabeth mit ihrem Mann vorbei und erledigt den Großeinkauf, den Kochlöffel schwingt Anneliese aber noch selbst.

Nur an ihrem 70. Hochzeitstag, da geht sie mit ihrem Mann und der Familie, zu der auch zwei Enkel und drei Urenkel gehören, zum Essen ins Restaurant. Wohin? „Griechisch oder chinesisch, mal schauen.“

Von Susanne Edelmann

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