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Bandenmäßige Autoreifen-Diebstahl: Händler aus dem Landkreis Ebersberg mit dabei

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Von: Nina Gut

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Das Landgericht München.
Vor dem Landgericht München muss sich eine fünfköpfige Bande von mutmaßlichen Reifendieben verantworten. © Sven Hoppe/dpa

Eine fünfköpfige Bande von mutmaßlichen Reifendieben muss sich vor dem Landgericht München I verantworten. Mit dabei ist auch ein Reifenhändler aus dem Landkreis Ebersberg.

Landkreis – Eine fünfköpfige Bande von mutmaßlichen Reifendieben muss sich seit Donnerstag, 19. Mai, vor dem Landgericht München I verantworten. Die fünf angeklagten Männer (37, 33, 31 und 38 Jahre alt) und eine Frau (33) sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. Vier von ihnen sollen insgesamt 64 wertvolle Komplettradsätze aus einem Tesla-Lager in Kirchheim gestohlen haben.

Diebesgut an Händler im Landkreis Ebersberg verkauft

Der fünfte Mann ist ein Reifenhändler aus dem südlichen Landkreis Ebersberg, dem sie das Diebesgut verkauften. Er ist der Hehlerei angeklagt. Der Schaden liegt bei rund 160 000 Euro.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft listet sieben Einzelfälle zwischen 2. Dezember 2019 und 31. Januar 2020 auf. Allein beim letzten Einbruch in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 2020 hat die Bande 21 Sätze für rund 84 000 Euro aus dem Kirchheimer Lager geschleppt.

Täter gehen stets nach demselben Muster vor

Dabei gingen die vier Münchner Angeklagten, zwei davon arbeitslos, einer selbstständig und einer Verkaufsberater, stets nach demselben Muster vor. Demnach stiegen der 33-Jährige und der 31-Jährige ins Lager ein und holten die Reifen heraus. Die 33-jährige Frau mietete ein Transportauto und fuhr dieses, da sie als einzige einen Führerschein hatte.

Der 38-jährige Verkaufsberater, der gelegentlich in dem Tesla-Lager arbeitete, sollte die Einbrüche durch Informationen unterstützen. Er sagte den Komplizen, welche Reifen sich gerade im Lager befinden und wann ein günstiger Zeitpunkt zum Einsteigen ist. Außerdem öffnete er vor den Einbrüchen ein Fenster, sodass die beiden anderen Männer leicht einsteigen konnten.

Für alle Reifen genaue Preise vereinbart

Somit war das Teamwork aus Sicht der Täter perfekt. Die Reifen karrten die dann zu dem Reifenhändler im Landkreis Ebersberg. Der hatte ihnen sogar einen Schlüssel gegeben, damit sie das Diebesgut in der Nacht im Lager deponieren konnten. Für die Reifen wurden genaue Preise vereinbart.

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So zahlte der Händler, der von 23. Februar bis 9. April 2020 in Untersuchungshaft saß, folgende Summen: für einen neuen Komplettradsatz „Modell S“ 1200 Euro, für einen gebrauchten Komplettradsatz „Modell S“ je nach Zustand 600 bis 800 Euro und für einen anderen neuen Komplettradsatz 1600 Euro. Die Angeklagten sagten am ersten Prozesstag zu ihren Lebensläufen aus. Der Prozess ist auf weitere vier Termine angesetzt. Aus Platzgründen findet er im Hochsicherheitssaal in München-Stadelheim statt.

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