Wellige Straße: Die gesamte Südumfahrung von Ebersberg ist von massiven Senkungen des Untergrunds betroffen. Fotos: Jürgen Rossmann

Baufällig - nach nur sechs Jahren

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Ebersberg - Die Brücke über die B 304-Südumfahrung von Ebersberg ist "wegen massiver Erdbewegungen" gesperrt worden. Die Gegner der Straße fühlen sich bestätigt.

Im Jahr 2009 war sie errichtet worden, seit einer Woche ist sie gesperrt: Die Brücke im Laufinger Moos, die über die Ebersberger B 304-Südumfahrung führt. „Es besteht Gefahr. Das muss saniert werden“, bestätigt die Straßenmeisterei. Damit ist das eingetreten, wovor Gegner der Trasse jahrzehntelang gewarnt hatten.

Die aktuelle Situation stellt sich so dar: Auf den Auffahrten zur Brücke haben sich starke Risse im Teer gebildet. Auf der östlichen Rampe klafft ein Loch von einem Meter Tiefe im Asphalt. Zum Teil hat sich der Untergrund derart gesenkt, dass die massiven Leitplanken reißen. Löcher an den Auffahrten wurden provisorisch mit Beton aufgefüllt, woran man erkennen kann, dass an der Brücke schon nachgebessert worden ist.

Die Aufgänge an den Rampen haben sich zum Teil einen Meter gesenkt, was man an den Betonresten feststellen kann, die an der Brücke selbst kleben und davon zeugen, dass das Niveau des Untergrundes nachgegeben hat. Außerdem sind die Treppenaufgänge gerissen und neigen sich um mindestens 30 Zentimeter von der Brücke weg. Der Asphaltbelag auf den Rampen zur Brücke weist meterlange Risse auf, zum Teil wurde auch hier schon geflickt.

Die Stadt Ebersberg wurde vom Straßenbauamt Rosenheim informiert, dass die Brücke aus Sicherheitsgründen vorläufig gesperrt werden muss, berichtet Erik Ipsen, geschäftsführender Beamter. „Wie lange, das weiß keiner“, sagt Ipsen. Vor allen Dingen die Landwirte dürfte das interessieren, die im Laufinger Moos Felder bewirtschaften. Sie müssen dafür einen weiten Umweg zum Beispiel über Oberndorf in Kauf nehmen.

Baudirektor Christian Rehm vom Straßenbauamt Rosenheim bestätigt, dass sich an der Brücke „massive Erdbewegungen“ ergeben hätten. „Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gewährleistet, deswegen haben wir die Vollsperrung veranlasst“, sagt er. Die Schäden seien ganz erheblich. „Es sind alle Optionen offen“, antwortet er ausweichend auf die Frage, ob angesichts des Schadbildes auch ein Totalabriss im Raum steht. „Ich kann momentan gar nichts ausschließen“, sagt Rehm.

Die Brücke wurde im Jahr 2009 im Zuge der Südumfahrung von Ebersberg errichtet. Die gesetzliche Gewährleistungspflicht ist damit erloschen. „Die ist weg“, bestätigt Rehm, dass für eine Sanierung der Steuerzahler herangezogen wird. Allerdings will das Straßenbauamt die rechtliche Situation noch einmal genau prüfen.

Zuerst aber müsse ein technisches Konzept entwickelt werden. Rehm weist darauf hin, dass die Brücke in einem „setzungsträchtigen“ Gebiet im Moos errichtet worden sei.

Darauf haben die Mitglieder der Initiative zur Erhaltung des Laufinger Mooses immer wieder hingewiesen, aber ihre Warnungen wurden in den Wind geschlagen oder als Taktik von Anliegern abgetan, die die Umfahrung vor ihrer Haustüre verhindern wollten.

Jetzt haben diese Bürger Recht gehabt, wie man sieht. „Ich finde es schlimm, dass die Fachleute damals nicht gehört wurden. Die Politik hat sich einfach durchgesetzt“, sagt Käte Moder, die eine Initiative zur Erhaltung des Laufinger Mooses gegründet hatte. Sie kann sich an die Aussage eines Fachmanns erinnern, dessen Messdaten ergeben hätten, dass der Moorboden an manchen Stellen zum Teil 16 Meter tief sei. „Das wollte keiner hören“, sagt Moder. Für die Schäden, die jetzt entstanden seien, „muss der Steuerzahler aufkommen“, kritisiert sie.

Die gesamte Südumfahrung sei inzwischen derart wellig, dass man die Ladung auf den Lastwagen klappern höre, wenn die vorbeifahren würden. Der Entlastungseffekt hingegen sei geringer als angenommen.

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