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Es gibt neue Bauvoranfragen für Kirchseeon Moos. Der Untergrund dort ist teilweise sumpfig. 

Trotz schwieriger Bodenverhältnisse soll hier gebaut werden

Neue Begehrlichkeiten im Moos

Mit Spannung wird derzeit nicht nur von Anrainern im Kirchseeoner Moos ein Baubegehren verfolgt. Denn das Moos gilt als Idylle. Es wäre daher gleich ein zweifaches Novum, wenn dort ein Mehrfamilienhaus und zudem auch noch in dem sumpfigen Gelände eine Tiefgarage entstehen würden.

Kirchseeon – Dass die „Sache“ kritisch beäugt wird, war an der Zahl der Zuhörer abzulesen, die eigens wegen dieses Tagesordnungspunkts den Weg zur jüngsten Gemeinderatssitzung gefunden hatten. Doch Baurecht besteht. Daran ist kein Zweifel. Es geht um die optimale Ausnutzung des Baurechts und damit also um die Größe des Vorhabens auf dem Grundstück Moos 28 sowie um die Frage, wie das gewünschte Bauvolumen in das Grundstück einzupassen ist, damit es rechtlich passt.

Kompliziert wird die Sache nicht dadurch, dass der für den Bereich einmal geltende Bebauungsplan längst aufgehoben ist. Schließlich gibt‘s den sogenannten Nachbarschaftsparagraphen 34, nachdem sich ein neues Gebäude in den umgebenden Bestand einfügen muss. Etwas vertrackt wird die Sache aber, weil das Moos Ende April 1999 vom Ebersberger Kreistag als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden ist.

Deshalb gibt es da nämlich Vorrangsflächen, die einerseits naturschutzrechtliche Qualitäten beschreiben und andererseits an bestimmten Stellen Nutzungen zulassen. Vorrangfläche 1 gilt für „besonders naturbedeutsame Flächen“. In einer Vorrangfläche 2 ist Land- und Forstwirtschaft möglich. Zur einer Vorrangfläche 3 zählen Gartenflächen sowie bebaute und sonstige Flächen.

Auf dem Grundstück Moos 28 befinden sich die Qualitätsstufen 1 und 3. Klar ist also, dass alles, was dort gebaut werden sollte, innerhalb der Vorrangfläche 3 sein muss. Das war bei der ersten Bauvoranfrage, die dann deshalb wohl auch zurückgezogen worden ist, nicht der Fall. Das knapp zehn Meter breite und 16 Meter lange Mehrfamilienhaus lag zwar in Vorrangfläche 3, nicht aber das dahinter gewünschte Einfamilienhaus, das 7,9 Meter auf 9,23 Meter groß werden soll.

Also wurden die beiden Gebäude jetzt anders arrangiert, näher zur Straße hingerückt. Womit Aussicht auf das gemeindliche Einvernehmen bestand.

Allein, es scheint nicht genau genug auf die Katasterpläne geschaut beziehungsweise nachgemessen worden zu sein. Denn jetzt stellte sich laut Bürgermeister Udo Ockel (CSU) heraus, dass Moos 28 drei Meter in die Straße hineinreicht. Womit‘s eng wird. Zwar ist die Tiefgarage natürlich nicht „unter“ der Straße, und die Einfahrt in die Tiefgarage nicht „auf“ der Straße. Aber in Paragraph 2 der Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen wird darauf hingewiesen, dass die Zufahrt zu einer Tiefgarage einen Abstand von mindestens drei Metern Länge zur öffentlichen Verkehrsfläche einhalten muss – das Bauvorhaben nochmals verschoben werden muss, nämlich drei Meter von der öffentlichen Verkehrsfläche weg.

Damit aber würde das Einfamilienhaus wieder nicht in den rechtlichen Rahmen passen. Der heißt diesmal nicht Vorrangsfläche, sondern „Außenbereich“. Dort ist ein Bauwerber, wie der Name nahelegt, „draußen“, da nur im Innenbereich gebaut werden darf. Nichts wurde es also mit dem gemeindlichen Einvernehmen. Die nächste Bauvoranfrage, bzw. deren Baudichte, darf gespannt erwartet werden. V

ielleicht wird alles doch viel kleiner. Denn in dem ablehnenden Beschluss des Rats heißt es: „Auf die schwierigen Bodenverhältnisse wird ausdrücklich verwiesen“ – weil eben nur bei der maximal gewünschten Baudichte der Stellplatznachweis für die Autos der Bewohner mit einer Tiefgarage geführt werden müsste.

Von Eberhard Rienth

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