Zwei der drei Unfall-Pkw mit zerstörter Front
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Total zerstört sind die Fahrzeugfronten aller drei Pkw, die in den Unfall verwickelt waren.

Tragische Tat am Sonntag nach Weihnachten

Familienvater (34) reißt sich und Unbeteiligten (71) aus dem Leben: Mord-Ermittlungen nach Todesfahrt

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Er soll absichtlich in den Gegenverkehr gerast sein: Gegen einen 34-Jährigen aus dem Landkreis Ebersberg ermitteln Kripo und Staatsanwaltschaft posthum wegen Mordes.

Landkreis – Zwei Tote und eine Schwerverletzte – so lautet die tragische Bilanz eines Verkehrsunfalls am Weihnachtssonntag auf der B 15 in Richtung Rosenheim. Nun ermitteln Staatsanwaltschaft und Kripo wegen Mordes – gegen den Unfallverursacher, einen 34-jährigen Familienvater aus dem südlichen Landkreis Ebersberg, der bei dem Unfall selbst ums Leben kam. Das teilte das Polizeipräsidium Rosenheim am Montag mit.

Demnach hatten offenbar familiäre Probleme dazu geführt, dass sich der Mann am Sonntagnachmittag in seinen BMW setzte und losraste. Mehrere Zeugen hätten gegenüber den Unfallermittlern der Kripo von viel zu schnellem Fahren und riskanten Überholmanövern berichtet, so Präsidiumssprecher Stefan Sonntag. Bis es kurz vor Erlensee (Gemeinde Schechen, Kreis Rosenheim) zum tödlichen Zusammenstoß kam: Der BMW des Mannes raste im Gegenverkehr frontal in den Opel eines 71-Jährigen aus dem Landkreis Mühldorf.

Der BMW des Unfallfahrers.

Beide Fahrer starben an der Unfallstelle. Die Feuerwehr musste die Eingeklemmten per Rettungsspreizer aus ihren Fahrzeugen bergen. Mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus musste eine 25-jährige Skoda-Fahrerin aus Rosenheim. Sie war hinter dem Opelfahrer in Richtung Wasserburg gefahren. Dem Zusammenstoß konnte die junge Frau nicht mehr ausweichen.

Zwei Unschuldige in Unfall verwickelt - 71-Jähriger stirbt

Weder der 71-Jährige noch die 25-Jährige kannten laut Polizei den Unfallfahrer – es handelte sich um Zufallsopfer, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. „Die Anderen konnten rein gar nichts dafür“, erklärt Präsidiumssprecher Sonntag den Mordvorwurf. Der Unfallfahrer habe in selbstmörderischer Absicht den Tod Unschuldiger in Kauf genommen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft posthum vor. Darauf habe es bereits am Tag des Unfalls konkrete Hinweise auch aus dem sozialen Umfeld des Mannes gegeben, sagt der Präsidiumssprecher: „Wir können mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen, dass er es bewusst getan hat.“ Auch die schweren Verletzungen der 25-Jährigen gehen als versuchter Mord in die Anklage ein.

Die Feuerwehr barg die Unfallopfer.

Dass überhaupt ermittelt wird, der mutmaßliche Täter lebt schließlich nicht mehr, erklärt der Polizeisprecher so: „Wir haben die juristische Aufgabe, Straftaten nachzugehen und müssen und wollen diesen Sachverhalt genauestens aufklären.“ Zudem habe die Einordnung des Unfallgeschehens Auswirkungen auf dessen Regulierung – Schadensersatzansprüche und Versicherungszahlungen könnten vom abschließenden Urteil der Unfallgutachter und in der Folge der Justiz abhängen. Den reinen Sachschaden an den drei beteiligten Fahrzeugen schätzen die Ermittler auf 60.000 Euro. Der entstandene Schaden an Leib und Leben sowie gegenüber den Angehörigen ist ungleich höher.

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