Behördenfunk: Aßling will nicht Spielball sein

Aßling - Beim Straßenbau respektiert Bayerns Administration ein gemeindliches Nein. Bei der Einführung des digitalen Behördenfunks ist das Innenministerium offenbar nicht so basisnah. Das bekommt gerade Aßling zu spüren

Der Gemeinderat hatte sich im Oktober einstimmig geweigert, auf dem Sendemasten beim Wertstoffhof die für die Nachbargemeinde Tuntenhausen notwendige Sendeanlage montieren zu lassen. Die Projektgruppe „Diginet“ im Innenministerium hat diesen Masten nichtsdestotrotz weiter im Blick. Das ist für Bürgermeister Werner Lampl (CSU) eine „ausgemachte Ungeheuerlichkeit“.

Seit dem Gemeinderatsbeschluss hat Lampl von der Projektgruppe nichts mehr gehört. Doch nimmt er an, dass „die Aßlinger Sache immer noch am Laufen ist und die irgendwann mit uns reden wollen, um die Kuh vom Eis zu bringen“. Wann geredet wird, ist nicht ausgemacht.

Auf eine EZ-Anfrage antwortete Nicole Schmieder von der Öffentlichkeitsarbeit der Projektgruppe jetzt: „Im Landkreis Rosenheim wurden in den letzten Monaten das Funknetz für den BOS-Digitalfunk neu konzipiert. Hierbei spielt der bestehende Mast der Deutschen Funkturm GmbH auf der Gemarkung Aßling eine bedeutende Rolle für die Versorgung des Suchkreises RO-Antersberg und damit der Gemeindegebiete von Tuntenhausen und Aßling.“ Und dann kommt's: „Die Gespräche zur finalen Standortfindung laufen noch; neue Erkenntnisse/Standortalternativen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.“

Lampl: „Wir lassen uns nicht zum Spielball machen.“ Man habe nichts gegen die Nachbargemeinde und auch nichts gegen den Behördenfunk. „Doch sollen dessen Sendeanlagen auch dorthin, wo sie benötigt werden“ - also nach Tuntenhausen. (er)

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