Behördenfunk-Gegner: Boykottthema war "unselig"

Ebersberg - Die Gegner des Behördenfunkmastens auf dem Zornedinger Raiffeisen-Siloturm machen einen Rückzieher. Das von ihnen selbst vorangetriebene „Boykotthema“ gegen einen Geschäftsmann nennen sie nun „unselig“. Gleichzeitigig kommen aber neue Vorwürfe.

„Blauäugig“ sei das gewesen und „gründlich daneben“ gegangen, so Rainer Förderreuther aus Pöring in einem Brief an Bürgermeister Piet Mayr (CSU). Förderreuther unterzeichnet das Schreiben im Namen der Bürgerinitiative „BOS-Funkmast nicht im Wohngebiet“.

Hintergrund: In einem Brief an die Raiffeisenbank Zorneding hatte sich Förderreuther über die Position des örtlichen Gemeinderates beklagt. Dieser konnte sich den Standort Siloturm für den Behördenfunk mehrheitlich durchaus vorstellen. Förderreuther hatte angekündigt, eine frühere Bürgerinitiative wieder aufleben zu lassen. Kritisiert wurde in diesem Schreiben der Gemeinderat Hubert Röhrl, der ein Elektrogeschäft betreibt. Weil sich Röhrl „intensiv für den Standort Siloturm“ eingesetzt habe, brachte die Bürgerinitiative ein „Boykotaufruf gegen die Firma “ in die Diskussion.

Mit der Überlegung verschiedener Maßnahmen, „unter anderem dem unseligen Boykottthema, wollten wir eine Sachdiskussion in Gang bringe“, so Förderreuther. Nach seiner Ansicht entspricht die Sendeleistung einer Antenne für den Funk von Polizei und Rettungsdiensten (BOS) der von 14 Mobilfunkmasten.

Er wirft den Gemeinderäten, die sich für den Standort Siloturm ausgesprochen haben, vor, sich „locker über die Gesundheit der Bürger hinwegzusetzen“. „Wir sind nach wie vor schockiert.“ Hier gehe es nicht um ein Transformatorenhäuschen, wo man sich trefflich über den besten Standort streiten könne, sondern um „eine strahlende Zeitbombe“ in einem Wohngebiet.

In unmittelbarer Nähe befänden sich zwei Einrichtungen mit besonders sensiblen Personengruppen, nämlich die Schule und das Altenheim. Gerade aufgrund der hohen Reichweite der Strahlen sei ein Standort außerhalb des Wohngebietes problemlos zu realisieren, so Förderreuther. Die „etwas höheren Mastkosten“ sollte das Innenministerium im Interesse der Bürgergesundheit investieren. Markt Schwaben, Moosach und Ebersberg sollen ebenfalls BOS-Masten bekommen. „Allerdings liegen die Standorte dort alle weit außerhalb jeglicher Wohngebiete. Warum sollte das ausgerechnet in Zorneding nicht möglich sein?“, fragt Förderreuther in seinem Schreiben an Bürgermeister Mayr.

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