Die beiden besten Seniorensportler Europas, Gitte Karlshoj aus Dänemark (l.) und der Vaterstettener Guido Müller, vor dem Plakat, das auf das Jubiliäum der Schlacht von Marathon verweist.

Beim Ehrungs-Marathon zu Gast in Marathon

Vaterstetten - Vaterstettener Guido Müller in Griechenland als Europas bester Seniorensportler ausgezeichnet

Vaterstetten – Nach der Ehrung als weltbester Senioren-Leichtathlet 2009 wurde Guido Müller, der im vergangenen Jahr fünf Weltrekorde in der Altersklasse M 70 aufgestellt hatte, nun auch auf europäischer Ebene ausgezeichnet. Nachfolgend sein Bericht von der Reise nach Griechenland, wo die Ehrung stattfand:

„Da sich das Büro des Europäischen Seniorenverbandes seit einigen Jahren in Marathon befindet, war die Ehrung ursprünglich in dieser kleinen Stadt, 40 Km nordöstlich von Athen gelegen, vorgesehen. Wir waren zusammen mit der weiblichen „Best European Master Athletin 2009“, Gitte Karlshoj aus Dänemark und ihrem Mann, in einem direkt am Meer gelegenen schönen Hotel untergebracht. Der erste Programmpunkt des darauffolgenden Tages war dem Besuch des erst im November 2009 eingeweihten Marathon Museums gewidmet. Dieses sehr informativ mit vielen Fotos, Medaillen und Pokalen hübsch eingerichtete Museum, gibt einen sehr eindrucksvollen Überblick über die Geschichte dieses Laufes, beginnend mit dem griechischen Sieger Spiridon Louis bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896. Ein größerer Raum dieses Museums war der geeignete Rahmen für die an diesem Samstag stattfindende Council Sitzung der fünf Mitglieder des Europäischen Seniorenverbandes, EVAA, mit dem deutschen Präsidenten Dieter Massin. Der Bürgermeister von Marathon ließ es sich nicht nehmen, die ausländischen Gäste in einer kurzen Rede zu begrüßen und Dieter Massin stellte Gitte Karlshoj und mich dem Bürgermeister danach vor. Während die EVAA Spitze mit ihrer Sitzung begann, startete für uns die Besichtigungstour in Marathon und in Athen mit unserem sehr gut englisch sprechenden Betreuer, dem Generalsekretär des griechischen Seniorenverbandes. Beeindruckend für mich war der Abstecher zum Gedenkstein des Starts für den Marathonlauf der Spiele von 1896. An dieser Stelle beginnt der jedes Jahr durchgeführte „Athen Marathonlauf“ der im alten Olympiastadion von 1896 in Athen endet. Dieser Lauf erinnert an den allerersten „Marathonlauf“ im Jahre 490 v.Chr. Der Überlieferung nach soll damals der Soldat Pheidippides in voller Ausrüstung nach Athen gelaufen sein und auf dem Areopag den Sieg der Athener über die Perser verkündet haben und danach tot zusammengebrochen sein. In diesem Jahr jährt sich die Schlacht bei Marathon zum 2.500sten Mal, wobei die Teilnahme der Läufer auf 10.000 begrenzt werden muss. Zur Stadtbesichtigung in Athen hatten wir leider nur begrenzte Zeit, da wir am Spätnachmittag bereits wieder in unserem Hotel wegen der abendlichen Ehrung sein mussten. Ein kurzer Halt am historischen Olympiastadion von 1896 ließ alte Erinnerungen aufkommen, bevor wir uns der Besichtigung der Akropolis widmen konnten. Unser Hauptinteresse legten wir diesmal auf den Besuch des erst im letzten Jahr eingeweihten Akropolis Museums, welches das seitherige, sich auf dem Hügel der Akropolis befindliche, ersetzte. Die Architektur dieses grandiosen Museums ist sehr beeindruckend. Die Ehrung am Abend fand in Athen statt, in den repräsentativen Räumen des griechischen Leichtathletik Verbandes. Diese befinden sich direkt oberhalb des historischen Stadions von 1896, von wo aus man den imposanten Panoramablick auf das beleuchtete Stadion genießen konnte. Zu unserer Überraschung waren auch zahlreiche Persönlichkeiten der griechischen Leichtathletik, darunter Olympiateilnehmer, neben den fünf Council Mitgliedern der europäischen Senioren Leichtathletik, geladen. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des griechischen Verbandes wurde zuerst Gitte Karlshoj durch Dieter Massin vorgestellt und anschließend unter dem Beifall aller Anwesenden durch die Überreichung einer ca. 40 cm großen Statue der griechischen Siegesgöttin Nike geehrt. Gitte Karlshoj hat bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta im Marathonlauf teilgenommen. Im vergangenen Jahr stellte sie vier Weltrekorde in ihrer Altersklasse, W 50, von 1.500m bis 10.000 m auf. Anschließend bedankte sie sich in einer kurzen Rede. Dann wurde ich durch den Generalsekretär der EVAA, Kurt Kaschke, durch Würdigung meiner Erfolge vorgestellt und ebenfalls durch die Überreichung der Statue geehrt. In meiner Dankesrede streifte ich kurz meine sportliche Vergangenheit in meiner Jugend. Dabei erwähnte ich, dass ich auf Grund einer Einladung des DLV, im Jahre 1961 an einem internationalen Sportfest in Athen, das im historischen Panathinaikon Stadion ausgetragen wurde, über 200 m und über 400 m startete. Obwohl bei dem für mich unvergesslichen Sportfest fast 50 Jahre vergangen sind, befand sich in meinem Archiv noch das Programmheft und die Ergebnisliste dieser Veranstaltung. Beides habe ich für die Ehrung mitgenommen und den Gästen gezeigt. Der Moderator las die Namen der griechischen Teilnehmer vor und zu meiner großen Überraschung waren zwei der damaligen Athleten unter den Gästen. Dies löste große Erheiterung aus und schaffte eine völkerverbindende Atmosphäre. Das gemeinsame Foto wird allen eine visuelle Erinnerung bleiben, wie auch die darauf folgenden Gespräche, bei denen sich die beiden Teilnehmer nach ihren früheren deutschen Sportkameraden bei mir erkundigten. Es war eine passende Geste, dass nun auch die beiden griechischen „Best Masters 2009“ mit einem Präsent geehrt wurden. Der festliche Abend klang aus bei einem typischen griechischen Mahl in einer nahen Taverne. Im Laufe des Sonntag Vormittags löste sich die Gruppe auf, die in mit verschiedenen Flugverbindungen nach Hause zurückkehrten. Athen/Marathon war auf alle Fälle eine Reise wert.“

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