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Intensiver Austausch: Andreas Stadler, Doris Rauscher, Thomas Huber und Michael Tauchert diskutierten zum Thema Asylsozialberatung. 

Asylsozialberatung

Helferkreise pochen auf unabhängige Beratung

Das Kreisbildungswerk Ebersberg lud die Mitglieder der Asylhelferkreise des Landkreises Ebersberg zu einem Austauschtreffen mit den beiden Landtagsabgeordneten des Landkreises Ebersberg, Doris Rauscher (SPD) sowie Thomas Huber (CSU) ein. Sie mussten sich auch Kritik anhören.

Landkreis – Thema der Veranstaltung waren die bevorstehenden Änderungen der Asylförderrichtlinien im Jahr 2018 und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Ehrenamt.

In einer intensiven Austauschrunde, moderiert von Michael Tauchert, Referent für Migration und Integration des Caritasverbandes, konnten beide Landtagsabgeordnete ihre unterschiedliche Sicht zur Entstehungsgeschichte und den zu erwartenden politischen Effekten dieses Prozesses darlegen. Gerade die Unterversorgung einiger bayerischer Landkreise mit Asylsozialberatern hätte dazu geführt, einen Bereich, der originär von der Freien Wohlfahrtsverbänden verantwortet wird, auch für Landratsämter zu öffnen. Diese können zukünftig, in enger Abstimmung mit der freien Wohlfahrtspflege, eigene Asylsozialberater anstellen.

Von den Ehrenamtlichen wurde dieser Punkt deutlich kritisiert. Die Unabhängigkeit von Beratung, durchgeführt von einer Verwaltungsbehörde, wurde ebenso angezweifelt wie deren fachliche Qualität, wenn diese Beratung nicht mehr ausschließlich von Sozialpädagogen geleistet werde. Explizit wurde hier die Qualität der Asylsozialberatung der Caritas im Landkreis gewürdigt.

Positiv wurde hingegen die zukünftige Zusammenlegung von Asylsozialberatung und Migrationsberatung beurteilt. Asylsozialberater können künftig Klienten weiter betreuen, die sie bis jetzt an die Migrationsberatung abgeben mussten. Für die Ehrenamtlichen besteht somit die Sicherheit, im Falle der Anerkennung eines Asylbewerbers, mit ein und demselben hauptamtlichen Berater weiterarbeiten zu können. Dies dürfte sich auf den anstehenden Prozess der Integration anerkannter Asylbewerber positiv auswirken. Auch, dass die Träger der Freien Wohlfahrtspflege weiterhin eine Beratung im Rahmen des Rechtsdienstleistungsgesetzes anbieten können, wurde begrüßt. Deutlich wurde in diesem Gespräch auch, wie wichtig ein Austausch zwischen der Politik und dem Ehrenamt, Legislative und der Zivilgesellschaft ist.

Beide Landtagsabgeordnete betonten die Wichtigkeit der konkreten Rückmeldungen aus der Praxis durch die Ehrenamtlichen. Allgemein äußerten alle Beteiligten den Wunsch, diese praxisnahe Zusammenarbeit weiter fortzusetzen. Beispielsweise könnten die derzeit erlassenen Gebührenbescheide, bezüglich der Unterbringungskosten für anerkannte Asylbewerber, hier einen Anlass bieten, sich im Frühjahr 2018 erneut in dieser oder auch einer erweiterten Runde zu treffen.

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