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Alle Unterkünfte voll: Landkreis sucht dringend Platz für Flüchtlinge

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Von: Michael Acker

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Die Turnhalle der Ebersberger Realschule wurde während der ersten Flüchtlingswelle 2015 als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Künftig will Landrat Robert Niedergesäß keine Sporthallen mehr zur Verfügung stellen. Unsere Kinder brauchen den Schulsport und die Sportvereine müssen trainieren können. Robert Niedergesäß, Landrat
Die Turnhalle der Ebersberger Realschule wurde während der ersten Flüchtlingswelle 2015 als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Künftig will Landrat Robert Niedergesäß keine Sporthallen mehr zur Verfügung stellen. © JRO

Weil die Anzahl der geflüchteten Menschen, die dem Landkreis Ebersberg zugeteilt werden, wieder beständig steigt, sucht das Landratsamt dringend Gebäude, um sie unterbringen zu können.

Ebersberg - Ihren Notruf veröffentlichte die Kreisbehörde, die gerade den Saal im ehemaligen Sparkassengebäude und zwei weitere Stockwerke des Gebäudes an der Kolpingstraße in Ebersberg in eine Notunterkunft umbauen lässt.

Aktuell leben rund 1000 Geflüchtete in vom Landratsamt organisierten und verwalteten Wohnmöglichkeiten. Die Aufnahmekapazitäten dort seien inzwischen ausgeschöpft. Es gebe nur noch wenige Plätze. Über die Regierung von Oberbayern würden regelmäßig und in immer kürzeren Abständen Busse mit meist rund 50 Menschen in den Landkreis gesandt.

Krisenmanagerin sagt: Die Situation spitzt sich zu

„Die Situation spitzt sich zu. Die Menschen, die zu uns kommen, brauchen dringend eine Unterkunft und müssen versorgt werden“, sagt Brigitte Keller, Abteilungsleiterin im Landratsamt und Leiterin des zuständigen Krisenteams. Anders als zu den Höhepunkten der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 stünden dem Landkreis dafür keine eigenen Liegenschaften zur Verfügung.

Damals habe man die Turnhallen der kreiseigenen Schulen für die Unterbringung genutzt. Über viele Monate seien Schul- und Vereinssport dort nicht möglich gewesen. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ist fest entschlossen, das bei der aktuellen Flüchtlingswelle nicht mehr zuzulassen: „Unsere Kinder brauchen den Schulsport und auch die Sportvereine müssen trainieren können, besonders nach den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat.“ Dazu komme, dass einige Sporthallen wegen Umbauten und Sanierungen derzeit ohnehin nicht genutzt werden können.

Bezirksregierung weist Flüchtlinge zu

Allerdings dürfte diese Entscheidung kaum in der Hand des Landratsamtes liegen. Zugewiesen werden ihm Asylsuchende durch die Bezirksregierung. „Das ist eine Staatsaufgabe und das Landratsamt ist untere Vollzugsbehörde“, so Brigitte Keller, Abteilungsleiterin Zentrales. Und aus dem Bayerischen Innenministerium heißt es zwar: „Derzeit stellt es sich für alle Kommunen ausgesprochen schwierig dar, neue Plätze zu akquirieren.“ Doch eine Sprecherin betont auf entsprechende Anfrage der Ebersberger Zeitung auch: „Jeder Landkreis, jede kreisfreie Stadt muss hier ihren Anteil leisten. Eine Erklärung nicht aufnahmefähig zu sein, entbindet nicht.“

Niedergesäß sagt: „Wir sind in dieser Notsituation auf die Landkreisbevölkerung und ihre Solidarität angewiesen. Wer ein Gebäude besitzt, mit dem geflüchteten Menschen ein Dach über den Kopf gegeben werden könnte, sollte sich bitte unbedingt im Landratsamt melden. Gesucht würden auch Grundstücke, auf denen Notunterkünfte errichtet werden können.

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Wer helfen kann, wendet sich am besten direkt an den zuständigen Fachbereich im Landratsamt und zwar per E-Mail an asyl@lra-ebe.de.

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