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„Das ist ein Frevel an der Natur!“: Christiane Michaelis ärgert sich über die Schneidearbeiten im Bergfeldpark. Im Hintergrund Häuser des Neubaugebiets Zauberwinkel. foto: dziemballa

Bergfeldpark: Ist das "Kahlschlag" oder "Gehölzpflege"?

Poing - Christiane Michaelis ist verärgert über die vielen abgesägten Bäume und Büsche im Bergfeldpark in Poing-Nord. Bürgermeister Albert Hingerl spricht von "dringend erforderlichen Eingriffen".

Christiane Michaelis steht im Bergfeldpark und blickt fassungslos Richtung Norden, auf die Häuser im Neubaugebiet Zauberwinkel. "Jetzt hat man freie Sicht, direkt in die Wohnzimmer", sagt die 48-jährige Apothekerin. Seit knapp 20 Jahren wohne sie am Mitterfeldring, direkt am Park, aber so etwas habe sie noch nie erlebt: "Das ist ein Kahlschlag und ein Frevel an der Natur", schimpft sie. In Teilen des Bergfeldparks, unter anderem am Biotop nahe des Monopteros’, haben Arbeiter des gemeindlichen Bauhofs Ende Dezember zahlreiche Bäume und Büsche abgesägt.

Jedes Jahr ärgere sie sich "über die mit Kettensägen bewaffneten Gemeindearbeiter", die rigoros Bäume und Gehölze absägen würden, erzählt Christiane Michaelis. "Doch was diese Herren in der Woche vor Weihnachten und in der Woche bis Silvester da verbrochen haben, ist unfassbar."

Bürgermeister Albert Hingerl verteidigt das Tun seiner Mitarbeiter vom Bauhof: "Wenn im Winterhalbjahr im Bergfeldpark oder in anderen Grünanlagen Eingriffe in den Baum- und Gehölzbestand stattfinden, so ist das kein Kahlschlag, sondern Bestandteil der fachlichen Gehölzpflege." Der Bauhof lege in einem Pflegeplan jährlich fest, in welchem Umfang er welche Gehölzpflegemaßnahmen zu welchem Zeitpunkt ausführt. "Um artenreiche, altersgestaffelte, stabile ästhetisch ansprechende und ökologisch wertvolle Gehölzpartien zu erzielen, sind diese Eingriffe dringend erforderlich", erklärt Hingerl.

Artenreich sei der Bergfeldpark nicht, klagt Christiane Michaelis. "Früher wuchsen auf den Wiesen Margaretenblumen, doch seit einiger Zeit werden die noch vor der Blüte gemäht. Jetzt wächst dort gar nichts mehr." Beim Blick auf das ausgedünnte Baum- und Gehölzwerk fragt die 48-Jährige: "Wo sollen da im Frühjahr und Sommer die Vögel ihren Platz finden? Und ein Igel überwintert dort auch nicht mehr." Nach Ansicht von Michaelis, deren Mann mehrere Jahre Vorsitzender des Poinger Kleingartenvereins war, könnten Baum- und Gehölzbestände auch anderweitig verjüngt werden, durch regelmäßiges Zuschneiden. "Das aber bedarf halt größeren Arbeitsaufwand." Die Art und Weise, wie im Bergfeldpark vorgegangen werde, bezeichnet die Poingerin als "lieblos".

Bürgermeister Albert Hingerl weist darauf hin, dass die Bauhofmitarbeiter für diese Arbeiten "fachlich ausgebildet" seien und "seit Jahren über Erfahrung in diesem Bereich verfügen". Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Gehölzpflegemaßnahmen hätten sich "sehr gut entwickelt", was die Jury des Wettbewerbs "Entente Florale" im Jahr 2010 bestätigt habe: Die Maßnahmen in den Parkanlagen seien "auf einem hohen fachlichen Niveau".

Christiane Michaelis sieht das anders und sagt: "Mit einem Park hat das nichts mehr zu tun."

von Armin Rösl

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