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Ganz klar pro Berufsschule: IHK-Regionalausschuss spricht sich für Standort Grafing aus

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Von: Jörg Domke

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Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.  © jödo

Der IHK-Regionalausschuss erhofft sich positive Effekte auf dem angespannten Fachkräftemarkt.

Landkreis – Einstimmig hat sich der IHK-Regionalausschuss, ein auf den Landkreis beschränkter Zusammenschluss von Unternehmern unter dem Dach der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern, für eine Priorisierung einer Berufsschule am Standort Grafing ausgesprochen. Der Ausschuss verspricht sich mit einer solchen Bildungseinrichtung, vorzugsweise in Nähe des Grafinger Bahnhofs, nicht zuletzt auch positive Langzeiteffekte auf dem derzeit mehr als extrem angespannten Fachkräftemarkt.

Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.  © jödo

Ob und wann das Schulbauprojekt verwirklicht werden könne, sei nach heutigem Stand völlig offen, so Sonja Ziegltrum, die Regionalausschussvorsitzende, bei der regulären Herbstversammlung in den Geschäftsräumen von ZamWorking Coworking Space am Grafinger Marktplatz. Und das nicht zuletzt, weil der Landkreis als potenzieller Bauherr derzeit in dem Dilemma stecke, sowohl Begehrlichkeiten in Poing (Bau eines fünften Gymnasiums) befriedigen zu wollen als auch eine Berufsschule. Bis beiden zugleich aber fehlen die Finanzmittel.

Landkreis Ebersberg: Einziger Kreis bundesweit ohne Berufsschule

Immerhin handele es sich bei einer Berufsschule um eine Schulform, so die Parsdorferin, die es im Landkreis Ebersberg nicht gebe; als einzigem Kreis übrigens bundesweit. Dieses Fehlen, so die Kreisrätin weiter, passe aus ihrer Sicht überhaupt nicht zum selbst gesteckten Ziel, Kreis mitten in einer Bildungsregion sein zu wollen.

Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg. © jödo

So eindeutig das Votum der anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer, so dünn war letztlich allerdings auch des Beschlusses. Weil bei der Tagung in Grafing zu viele stimmberechtigte Mitglieder fehlten, musste ein besonderer Passus in der Satzung aktiviert werden. Erst danach wurde der Regionalausschuss auch ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlussfähig.

Schwerpunkt: Fachkräftemangel

Zweiter Schwerpunkt der Zusammenkunft war der Mangel an Fachkräften sowie die Zukunft der Ausbildung von Jugendlichen in den eigenen Betrieben. Zwei Probleme, die die lokale Wirtschaft schon längere Zeit beschäftige, so Sonja Ziegltrum. Der Betrieb einer eigenen Berufsschule im Kreisgebiet könne ein Signal sein und die Attraktivität des Standorts Ebersberg erhöhen. Auch die Installation eines Berufsgrundschuljahres könne mittel- bis langfristig die Chance erhöhen, Bewerber für zahlreiche nicht zu besetzende Stellen zu finden.

Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg. © jödo

Das Thema Fachkräfte rückte der IHK-Referent Sebastian John in den Mittelpunkt seines Vortrags. 61 Prozent aller Betriebe sagten inzwischen, dass der Mangel an fachlich gut ausgebildeten Mitarbeitern ein großes Risiko für den Betrieb darstelle. Es fehlten aber nicht nur Akademiker, sondern auch Leute mit einfacheren Qualifikationen. Die IHK spreche sich daher für eine flexiblere Handhabung bei der Gewinnung auch ausländischer Fachkräfte aus.

Agentur für Arbeit: Das Problem betrifft alle Bereiche

Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg. © jödo

Die Teamleiterin Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit in Ebersberg, Monika Tillger, zeigte den Versammlungsteilnehmern Möglichkeiten auf, gemeinsam gegen Fachkräftemangel vorzugehen. Es dürfte nicht darum gehen, sich gegenseitig Kräfte abzuwerben, sondern vielmehr, den Fokus zu richten auf die Kräfte, die schon in den Betrieben beschäftigt seien und fortgebildet werden könnten. Dazu gebe es verschiedenste, auch förderfähige Instrumente.

Auf Branchen, bei denen es derzeit besonders hake, wollte sich die Anzingerin nicht festlegen: „Eigentlich betrifft das Problem Fachkräftemangel alle Bereiche“. Besonders erwähnt wurde in ihrem Vortrag bei der IHK-Regionalsitzung aber die Bereiche Kfz, Soziales (Pflege u.a.), Kinderbetreuung, Lager/Logistik, Verkauf und Handel, Tourismus und Gastrogewerbe sowie, offenbar ganz eklatant, der Mangel an Berufskraftfahrern aller Art.

IHK spricht von Alarmzeichen

Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg.
Sechs Versuche, schnell neue Mitarbeiter zu finden: Entstanden sind diese Aufnahmen binnen fünf Minuten an Geschäften im Zentrum der Kreisstadt Ebersberg. © jödo

Auf ganz aktuelle Fragestellungen (Energie- und Gastpreisentwicklung) ging die IHK-Abteilungsleiterin für die Themen Region, Ehrenamt und Politik, Elke Christian, ein, die sich den Mitgliedern im Raum Ebersberg erstmals vorstellte. Sie sprach von einem Alarmzeichen, wenn sich viele Unternehmen in Oberbayern inzwischen dazu entschieden hätten, vorerst nicht mehr in die Zukunft zu investieren.

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