Eingewintert: Die denkmalgeschützte Villa soll saniert und vermietet werden. Foto: S. Rossmann

Blick in die Kristallkugel

Vaterstetten - Der Eigentümer der Scheckenhofer-Villa fühlt sich vom Denkmalschutz gegängelt und setzt neues Team ein.

Mit einem neuen Team soll es bei der Sanierung der denkmalgeschützten „Scheckenhofer-Villa“ in Vaterstetten vorangehen. Eigentümer Herbert Meier hat das Architektenbüro Wollmann engagiert, das in der Gemeinde bereits in den Kirchen „Maria Königin“ und „Zum kostbaren Blut Christi“ tätig gewesen war. Als Statiker wurde das Büro Brandl und Eltschig, Freising, verpflichtet, das ebenfalls Erfahrung im Bereich Denkmalschutz hat.

Meier hat das aktuelle Konzept Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) und Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) vorgestellt. Reitsberger gab sich nach dem Termin zuversichtlich.

Der Eigentümer der Villa sieht sich vor allem vom Denkmalschutz gegängelt. Dort stehe wohl die kunstgeschichtliche Bedeutung im Vordergrund, nicht aber die Nutzung des Gebäudes. Man brauche nunmal heute Warmwasserversorgung und gewisse Standards bei der Heizung und nicht die Standards aus dem Jahr 1907, als die Villa gebaut wurde. Meier erklärt auch, er habe beim Kauf des Areals dem damaligen Bürgermeister Robert Niedergesäß versprochen, das Gebäude zu erhalten. „Und ich stehe zu meinem Wort.“

Um anderslautenden Gerüchten entgegenzutreten, betont Meier zudem, er habe das Haus als Privatperson gekauft und nicht als Bauträger. Inzwischen habe er bereits rund 60 000 Euro unter anderem für Planungskosten investiert, „ohne dass ich etwas davon habe.“

Nun stehen weitere Verhandlungen mit dem Denkmalschutz an. „Wir sind uns bewusst, dass das schwierige Gespräche werden“, meint der Eigentümer auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Zielsetzung sei auch weiterhin nicht ein „Museum, sondern ein Vermietungsobjekt“, das auch von einer Familie genutzt werden kann.

Parallel laufen noch zwei Klagen gegen die Gemeinde Vaterstetten. Mit der einen wehrt sich Meier gegen die Auflage, das Haus vor winterlichen Einflüssen zu schützen. „Das haben wir doch schon gemacht“, so sein Argument. Bei der zweiten Klage geht es um Terminvorgaben. Dieser Zeitplan könne unmöglich eingehalten werden, betont der Eigentümer. Zur Unterstützung hat Maier einen in Sachen Denkmalschutz erfahrenen Rechtsanwalt hinzugezogen.

Bürgermeister Reitsberger sieht die Klagen gelassen. Sie seinen wohl vor allem dazu da, um den Eigentümer abzusichern, so der Rathauschef gegenüber der EZ.

Vorgesehen ist, die Sanierungspläne im April den Mitgliedern des Bauausschusses zu präsentieren. Wann das Projekt abgeschlossen sein werde, sei schwer zu beurteilen, so Meier. „Das ist wie ein Blick in die Kristallkugel.“ Wenn es nach seinen Wünschen ginge, sollte das Haus im Herbst allerdings schon fertig sein.

Robert Langer

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