Messer-Attacke

Bluttat in Grafing-Bahnhof: Pflichtverteidiger kommt aus Anzing

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Grafing - Die schwer verletzten Opfer des Amoklaufes in Grafing-Bahnhof befinden sich auf dem Weg der Besserung, der mutmaßliche Täter Paul H. wartet auf seine Verhandlung.

Paul H. wird sich wegen der Bluttat am Bahnhof verantworten müssen, wo er mit einem Messer einen Mann getötet und drei weitere schwer verletzt hat. So lautet der Vorwurf. Paul H. wurde als Pflichtverteidiger vom Ermittlungsrichter der Anzinger Rechtsanwalt Florian Alte beigestellt. Das bestätigte der Anzinger am Montag auf Anfrage der Ebersberger Zeitung.

Alte ist seit 13 Jahren Anwalt und hat sich vor drei Jahren auf Strafverteidigung spezialisiert. Der 40-Jährige ist Fachanwalt auf diesem Gebiet und hat mit dem 27-jährigen Angeklagten bereits zweimal je eine Stunde sprechen können. „Er bleibt weiterhin in ärztlicher Behandlung und wird intensiv betreut“, schildert Alte die Situation.

Florian Alte aus Anzing wird Paul H. verteidigen.

Seiner Einschätzung nach wird die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Messerstecher, der seine Taten bei der Vernehmung bereits eingeräumt hat, entscheidend von den Gutachtern und deren Beurteilung des psychischen Zustandes von Paul H. abhängen.

Alte bestätigte auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung noch einmal ausdrücklich, dass der Angeklagte keinerlei Migrationshintergrund habe. „Er ist auch kein Mitglied irgend einer Vereinigung“, räumt der Verteidiger mit Gerüchten auf, die sich hartnäckig halten und von einem politischen oder religiösen Hintergrund für die unfassbare Tat wissen wollen. Alte klar: „Der Mann ist ein Deutscher.“ Der Strafverteidiger hat auch mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufgenommen, die diesen Sachverhalt exakt so bestätigt habe. „Der Angeklagte ist allem Anschein nach aber schwer psychisch krank.“

Aus Gesprächen mit den Angehörigen wissen die Ermittler, dass es Versuche gab, den 27-Jährigen unmittelbar vor der Bluttat in Grafing-Bahnhof in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Diese Versuche sind aber augenscheinlich fehlgeschlagen. „Es wird in der Verhandlung alles darauf hinauslaufen, ob der Angeklagte schuldfähig ist, ja oder nein“, blickt Alte in die Zukunft. „Es wird eine intensive medizinische und psychiatrische Begutachtung stattfinden“, kündigt der Anzinger an. „Das wird wohl sehr umfangreich werden.“

Zur Beweisaufnahme wurden bei dem Angeklagten auch dessen Mobiltelefon und Speichermedien sichergestellt. Auch die auf ihnen enthaltenen Informationen müssen ausgewertet werden. Ein Verhandlungstermin kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausgesagt werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Archivbild)

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