Hilde Nuber will nicht mehrVize-Bürgermeisterin sein.

Böse Vorwürfe gegen Vize

Zorneding - Die Gemeinde Zorneding braucht einen neuen 2. Bürgermeister. Hilde Nuber (SPD) verändert sich beruflich und kann deshalb das Amt nicht mehr ausfüllen. Sie hat um ihre Entlassung gebeten.

Am kommenden Donnerstag wird als Nachrückerin im Gemeinderat Bianca Poschenrieder (SPD) nachvereidigt – wenn das Gremium der Amtsaufgabe von Nuber zustimmt. Da daran kaum ein Zweifel besteht, muss im Anschluss aus der Mitte des Gemeinderats ein neuer 2. Bürgermeister gewählt werden, so will es die Gemeindeordnung.

Ehrgeizige Ambitionen, dieses Amt von Nuber zu übernehmen, werden dem Grünen Helmut Obermaier nachgesagt. Er hatte es gegen den amtierenden Bürgermeister Piet Mayr (CSU) immerhin in die Stichwahl geschafft. Das war eine Premiere im Landkreis. Im ersten Wahlgang hatte der Grüne allerdings nur etwa ein Drittel der Stimmen erhalten, die Mayr auf sich vereinigen konnte. Für die Stichwahl wurde eine „Koalition“ aus den verschiedenen Gruppierungen gebildet. Für einen Einzug des Grünen als Bürgermeister ins Rathaus reichte es dann trotzdem nicht.

Im Gemeinderat ist Obermaier bei der Wahl zum Bürgermeisterstellvertreter hingegen glatt abgeblitzt. Das Gremium entschied sich mit 14:7 Stimmen für Hilde Nuber, die seit 1996 für die SPD im Gemeinderat sitzt, selbst zweimal Bürgermeisterkandidatin war und eher zu den streitbareren Naturen in diesem Gremium zählte.

Sie hatte sich eigener Auskunft nach immer bemüht, rechtzeitig zu den Sitzungen mit dem Flugzeug aus dem Ausland zu kommen, kann aber „das Pendlerdasein auf die Dauer nicht mehr aufrechterhalten“.

Die hinter vorgehaltener Hand geäußerte Vorwürfe, sie habe aufgrund ihrer berufliche Arbeit ihr Ehrenamt vernachlässigt, weist Nuber scharf zurück. Die Vorwürfe kränken sie trotzdem, vor allem auch deswegen, weil sie all die Jahre zu den sehr engagierten Gemeinderäten zählte.

Nuber ist Rechtswirtin und arbeitet als Insolvenzberaterin für ein Anwaltsbüro. „Ich bin nach dem Tod meines Mannes familiär nicht mehr gebunden und habe mich deshalb bereit erklärt, vermehrt Sekundärverfahren im europäischen Ausland abzuwickeln“, begründet sie ihre berufliche Entwicklung.

Für den Fall, dass Obermaier Ansprüche anmelden sollte und vom Gemeinderat auch gewählt würde, wäre er der erste 2. Bürgermeister im Landkreis Ebersberg, den die Grünen stellen können.

Die Stellvertreterposten in Zorneding haben eine bewegte Geschichte – unabhängig von der jeweiligen Partei. „Das war immer frei verteilt nach Persönlichkeit“, sagt Bürgermeister Mayr.

So stellten auch die Freien schon den zweiten Bürgermeister, die Grünen einmal den dritten. Dann wurde das Amt des dritten Stellvertreters zwischenzeitlich abgeschafft, bevor auch diese Entscheidung wieder revidiert wurde. Momentan ist Christian Krumpholz (CSU) 3. Bürgermeister.

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