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Brandschutz: Dreifachturnhalle geschlossen

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Außer Handwerkern kommt hier keiner mehr rein: Die Dreifachturnhalle bleibt bis auf weiteres geschlossen. Foto: Dziemballa
Außer Handwerkern kommt hier keiner mehr rein: Die Dreifachturnhalle bleibt bis auf weiteres geschlossen. Foto: Dziemballa

Markt Schwaben - Mindestens zwei Wochen lang bleibt die Turnhalle des Gymnasiums Markt Schwaben geschlossen. Der Grund sind mögliche Brandschutzmängel. Unter anderem soll die Lüftung überprüft werden.

„Durch die mittlerweile im Zuge der Planung bekannt gewordenen baulichen Mängel sind wir zu diesem Schritt gezwungen“, sagte am gestrigen Dienstag Herbert Jungwirth vom Landratsamt. Im Zusammenhang mit der eingeschränkten Flucht- und Rettungswegesituation sei im Brandfall keine ausreichende Sicherheit für die Personen im Gebäude zu gewährleisten. Besonders gravierend sei dabei die Elektro-Installationsführung im brennbaren Dachraum, als „nicht kontrollierbare Zündquelle auf einem Tragwerk mit geringer Feuerwiderstandsdauer“. Zusätzlich verschärft werde die Situation durch die dort ebenfalls aufgestellten Lüftungsgeräte, die im Brandfall im Fluchtwegebereich durch die Deckenverkleidung herabstürzen würden.

Aufgefallen seien die Mängel bei einer Routine-Kontrolle, betonte gestern Andreas Stephan, Abteilungsleiter im Landratsamt. „Seit dem Halleneinsturz von Bad Reichenhall müssen alle fünf Jahre Überprüfungen gemacht werden“, so Stephan. Das sei nun fällig gewesen.

Wie geht es jetzt weiter? „Wir erwarten die Vorschläge des Staatlichen Bauamtes, was zu tun ist“, so Stephan. Nach den Überprüfungen und den notwendigen Arbeiten, die nach derzeitiger Planung rund zwei Wochen dauern sollen, soll die Halle wieder „eingeschränkt“ nutzbar sein. Das bezieht sich auch auf die Tribüne, die schon vor Wochen gesperrt wurde. Auch hier besteht Handlungsbedarf. Landrat Gottlieb Fauth betonte: „Mir liegt viel daran, dass der Schulsport und der Breitensport aufrecht erhalten werden. Dazu gehören auch die Zuschauer.“

Das sagen die Vereine:

„Das ist natürlich eine Katastrophe“, so gestern die Reaktion von Kurt Gebhardt, Vorstand des Turnvereins Markt Schwaben. „Wir sind gerade dabei, alternative Hallenbelegungspläne zu erarbeiten.“ Priorität hätten nun die Sportarten, die im Ligabetrieb stünden. Für Badminton, Volleyball, Handball und Basketball würde man soweit möglich in die Halle der Grundschule, beziehungsweise in die Halle der Realschule ausweichen. Zusätzlich sei beim Landratsamt der Antrag gestellt worden, die Realschulhalle am Wochenende nutzen zu dürfen. „So leid mit es auch tut. Wir müssen die Fußballer rausschmeißen“, so Gebhardt. Er geht nicht davon aus, dass die Halle in zwei Wochen wieder benutzbar sein wird. Wenn dort tatsächlich etwas gemacht werden müsse, dann werde es wohl länger dauern. „Wir haben jetzt noch rund drei Wochen bis Weihnachten“, so Gebhardt. „Wir können froh sein, wenn wir es bis Heilig Drei König schaffen.“ Der Sportfunktionär betonte jedoch auch: „Wir haben Verständnis für die Maßnahme des Landratsamtes. Sicherheit geht absolut vor.“ Franz Brummer, Handball-Abteilungsleiter beim SV Anzing, dessen Mannschaften ebenfalls in der Gymnasiumshalle spielten und trainieren, sieht „eine Katastrophe auf uns zukommen“. Nur ein kleiner Teil seiner Sportler könnte in die Grundschulhalle ausweichen, nämlich einige Nachwuchsteams. Die anderen bräuchten ein größeres Spielfeld. Er sei vom Hausmeister von der Schließung verständigt worden, so Brummer. „Ich werde mir nun überlegen müssen, was wir tun können.“ Alternativen sieht er aber derzeit nicht.

Von Robert Langer

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