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Breakdancer Manuel Miter: Alle auf einer Wellenlänge

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Manuel Miter (29) hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Fotos: Johannes Dziemballa
Manuel Miter (29) hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Fotos: Johannes Dziemballa

Markt Schwaben - Seine Augen leuchten und die Arme gestikulieren wild, wenn Manuel Miter aus Markt Schwaben von seiner Leidenschaft zum Breakdance erzählt. Der Markt Schwabener hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

„Das Besondere an dem Tanz ist, dass jeder seinen ganz persönlichen Stil hat und genau dafür Anerkennung bekommt“, sagt der Markt Schwabener. „Man kann sich so zeigen, wie man ist, mit all seinen Stärken und Schwächen.“

Manuel Miter ist 29 Jahre alt und widmet sich dem Breakdancen. „Ich versuche, mir eine Existenz als Tänzer aufzubauen“, erklärt er. Gemeinsam mit seiner Gruppe „Los Caballeros“ aus München tritt er regelmäßig bei Messen, Firmenfeiern und Wettbewerben auf. „2008 sind wir sogar Breakdance-Weltmeister geworden“, erinnert sich Manuel stolz. Da das verdiente Geld allerdings nicht zum Leben reicht, arbeitet er nebenbei auf Teilzeitbasis als Verkäufer in einem Supermarkt. „Wie bei allen künstlerischen Berufen, ist es auch als Breakdancer schwer, richtig Fuß zu fassen.“

Trotzdem ist er zufrieden mit seinem Leben. „Breakdancen ist kein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung“, erklärt er. Zentral sei dabei, Individualität, Kreativität und Sport miteinander verbinden zu können und die Tatsache, sich in keiner Weise verstellen zu müssen. „Trifft man Leute, die zur Breakdanceszene gehören, herrscht immer eine familiäre Stimmung“, erklärt er. „Alle sind offen für Neues, und man liegt immer auf einer Wellenlänge.“

In der Öffentlichkeit werde Hip-Hop und Breakdance oft falsch verstanden. „Viele Menschen verbinden uns mit Gewalt zwischen verfeindeten Gruppen. Dabei ist der ursprüngliche Gedanke des Hip-Hops, die Streitigkeiten zwischen den Gangs in Form von Kunst auszutragen. Sei es über Rappen, Zeichnen oder eben Tanzen“, erklärt Manuel. „Mittlerweile ist Breakdance kein Kampf mehr im direkten Sinne. Man misst sich zwar mit anderen, aber auf eine freundschaftliche Weise.“ Um diese Art von Wettkampf den Jugendlichen im Landkreis näher zu bringen, organisiert Manuel seit Jahren Breakdance-Kurse im Jugendzentrum Blues in Markt Schwaben. „Jeder kann dabei mitmachen. Egal wie alt er ist, auf welche Schule er geht oder aus welchem Land er kommt. Alle sind willkommen“, sagt der 29-Jährige gebürtige Kroate.

Im Gegensatz zu anderen Tänzen gebe es beim Breakdance neben den Grundschritten keine festen Schrittkombinationen. „Wir zeichnen uns dadurch aus, dass sich jeder so entfalten kann, wie er es will“, erzählt Manuel.

„Wenn ich drei verschiedenen Menschen ein weißes Blatt Papier gebe und sie auffordere, es so zu gestalten, wie sie es am schönsten finden, würde nie zweimal dieselbe Zeichnung entstehen“, beschreibt Manuel die Individualität innerhalb des Breakdances. „Jeder zeigt sich so, wie er es am schönsten und besten empfindet.“

Mit 14 Jahren hat Manuel angefangen zu tanzen. „Seitdem trainiere ich so gut wie jeden Tag“, sagt der Markt Schwabener, der mittlerweile zu einer festen Größe in der Breakdanceszene in und um München geworden ist.

Der Wettkampf „Style to Move“, den er seit neun Jahren im Jugendzentrum Markt Schwaben organisiert, ist zu einer Institution geworden. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Battle so gut ankommen würde und so viele gute Leute auch aus dem Ausland mitmachen würden“, sagt Manuel Miter stolz. „Dieses Jahr waren insgesamt 18 Teams dabei, die teilweise aus Tschechien und Österreich angereist sind.“

Für das zehnjährige Jubiläum im nächsten Jahr will er sich was ganz Besonderes einfallen lassen. „Was genau, das ist aber noch geheim“, sagt Manuel Miter und lacht.

Von Laura Krauss

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