Breitbandausbau: Glonn drückt auf die Tube

Glonn - Die Marktgemeinde hofft, bis Ende 2018 schnelleres Internet auch in entlegenen Ortsteilen anbieten zu können.

Die Breitbandversorgung im ländlichen Raum ist in vielen Gemeinden derzeit ein leidiges Thema. Nun drückt auch der Markt Glonn in Sachen flächendeckender Breitbandausbau auf die Tube. In einer Sondersitzung des Gemeinderats entschlossen sich die Räte einstimmig dafür, das Projekt schnell auf den Weg zu bringen.

Josef Ledermann vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Freising, das mit der Basisplanung beauftragt worden war, informierte die Räte über seine Ergebnisse. Demnach geht er von maximal zu deckelnden Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus. Davon würden 770 000 Euro vom Freistaat Bayern übernommen. Zu diesem Fixzuschuss kämen im Falle einer gemeinsamen Planung mit Nachbargemeinden noch etwa 50 000 Euro für interkommunale Zusammenarbeit hinzu. Alles in allem kämen im teuersten Fall auf die Gemeinde Glonn Kosten in Höhe von 380 000 Euro zu. „Wir gehen aber davon aus, dass wir günstigere Angebote erhalten werden“, sagte Bürgermeister Josef Oswald (CSU).

Nun werden die notwendigen Arbeiten öffentlich ausgeschrieben, die für eine Breitbandversorgung auch der entlegeneren Siedlungsteile notwendig werden. Dabei schaut man über den eigenen Tellerrand. Für die Ausschreibung hat sich die Marktgemeinde mit einem Großteil der Verwaltungsgemeinschaft Glonn (Egmating, Oberpframmern, Baiern, Bruck, Moosach) und zusätzlich den Gemeinden Zorneding und Aßling zusammengetan. Das Ziel ist eine Breitbandversorgung von 30 bis 100 Mbit/s. In den Randgebieten und äußeren Ortsteilen soll künftig den Bewohnern ein High-Speed-Internetzugang mit 100 Mbit/s per Glasfaserkabel ermöglicht werden. Im Ortskern möchte man eine Übertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit/s schaffen. Grund für diese Verteilung ist eine einfache Wirtschaftlichkeitsberechnung. Denn die Zuschüsse werden nur für den Breitbandausbau in einem Bereich gezahlt, der zuvor internetmäßig unterversorgt war.

Bisher liegen die Übertragungsraten im absoluten Glonner Ortszentrum bei maximal 50 Mbit/s, während ländliche Gegenden wie beispielsweise Frauenreuth mit einer Versorgung unter 1 Mbit/s auskommen mussten. Außerdem, so Oswald, sei gerade in dünn besiedelten Gebieten ist eine Übertragung per Glasfaserkabel die einzig sinnvolle Möglichkeit. Alle Alternativen seien wartungs- und pflegeintensiv, so dass unterjährig Kosten entstünden, die bei zahlenmäßig wenigen betroffenen Anschlüssen zu teuer für den einzelnen Nutzer kämen. Die Marktgemeinde hofft darauf, dass bis Ende 2018 alles umgesetzt ist. ujk

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