Täglich 300 Züge: Dazu muss die Trasse München-Rosenheim „optimiert“ werden. Foto: kn

Brenner-Basis-Tunnel: Für neue Trasse ist kein Platz

Landkreis - Ein Grund zum Aufatmen ist das nicht: Im Zuge der Ertüchtigung der Zulaufstrecken zum Brenner-Basis-Tunnel sind im Landkreis Ebersberg aller Wahrscheinlichkeit nach keine zusätzlichen Trassenbaumaßnahmen geplant, berichtet der Ebersberger Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer nach einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bahn und ihren österreichischen Kollegen von der ÖBB.

Aber: Der Zugverkehr wird auf der Strecke Ostbahnhof bis Aßling dramatisch zunehmen, wenn der Tunnel einmal in Betrieb gehen wird. An der Besprechung nahmen neben Schurer auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU), die Landtagsabgeordenten Thomas Huber (CSU) und Doris Rauscher (SPD) sowie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) teil.

Schurer beschäftigt sich seit Jahren schon mit den Auswirkungen, die der Tunnelbau auf den Landkreis Ebersberg haben wird. Er rechnet damit, dass der Güterverkehr quer durch den Landkreis von Vaterstetten bis Aßling „um die Hälfte bis zwei Drittel zunehmen wird“. Daraus ergibt sich für den Abgeordneten eine klare Konsequenz: „Wir brauchen einen guten Lärmschutz. Dazu müssen klare Aussagen getroffen werden.“ Stefan Kühn, von der DB Netz Oberbayern sagt: „Schallschutzmaßnahmen für die Anwohner entlang der Strecke haben hohe Priorität.“ Er sagt aber auch: „Wenn vorhandene Kapazitäten aufgefüllt werden, gibt es keinen formalen Anspruch auf zusätzlichen Lärmschutz.“ Da sieht der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz aber sehr wohl Ansatzmöglichkeiten: „Es gibt schon ein freiwilliges Lärmschutzprogramm des Bundes. Da sind wir als Politiker gefordert, dass wir die Gelder auch in die Region bringen.“ Auf der Bahnstrecke seien heute etwa 180 Züge im Tagesdurchschnitt unterwegs, so Kühn. Die Kapazität reiche derzeit für etwa 200 Züge. Die Prognosen sagten aber für den Zeitraum bis 2025 bereits 300 Züge voraus. Wie kann dieser Anstieg bewältigt werden? „Um auf dem Korridor zu keiner Zeit Kapazitätsengpässe zu haben, werden wir daher mit zusätzlichen Signalanlagen und Überholmöglichkeiten eine Erweiterung auf bis zu 300 Züge pro Tag ermöglichen“, kündigt Kühn an.

Schurer sieht Entlastung von einer anderen Seite kommen. Er glaubt, dass die Strecke München Markt Schwaben, Mühldorf, Freilassing zusätzlich ertüchtigt wird. Sie könne dann seiner Schätzung nach etwa 60 Züge am Tag mehr aufnehmen - wenn die Trasse durchgehend zweispurig ausgebaut und dabei auch voll elektrifiziert wird. Das ist ein Plan, den der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) schon ins Gespräch gebracht hatte. Kühn bestätigt diese Option.

Eine weitere Möglichkeit, so Schurer, sei auch eine Zuführung von Mühldorf über Wasserburg nach Rosenheim. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten steht aber fest: „Für eine neue Trasse ist im Landkreis Ebersberg kein Platz.“

Und Kühn sagt: „Ein Tunnel (vom Ostbahnhof bis Grafing Bahnhof, Anm. der Redaktion) ist aus heutiger Sicht schwer finanzierbar.“

mps

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