Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (CSU) aus Frauenneuharting
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Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (CSU) aus Frauenneuharting

Debatte um Strecke Richtung München

Brenner-Zulauf: Abgeordneter nennt mögliche Bahn-Trassen bis Grafing - und will sich gegen neue Gleise wehren

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Zwei neue Gleise zwischen Ostermünchen und Grafing: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz spricht über die aus seiner Sicht wahrscheinliche Trassenführung und seine Ziele, was die Bahn-Planungen angeht.

Landkreis – Andreas Lenz greift zum Kugelschreiber und zieht drei bogenförmige Linien von Ostermünchen aus nach Norden. Eine davon, die östlich von Aßling hart am Ortsteil Obstädt vorbeiläuft, streicht er gleich wieder durch. „Unwahrscheinlich, wegen des Höhenprofils“, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete aus Frauenneuharting.

Zwei Trassen westlich von Aßling: Einmal näher, einmal weiter weg von der Bestands-Brasse

Bleiben zwei Striche in der Landschaft. Der eine, fast gerade, schrammt östlich von Lorenzenberg und westlich von Elkofen vorbei, bevor er kurz hinter dem Grafinger Ortsteil wieder auf die bestehende Zugstrecke trifft. Der andere holt weiter aus, führt zwischen Hohenthann (Kreis Rosenheim) und dem Aßlinger Ortsteil Loitersdorf hindurch, bevor die Linie östlich an Alxing (Gemeinde Bruck) vorbei zwischen Pienzenau und Schammach verläuft und ein Stück hinter Grafing-Bahnhof, fast schon im Kirchseeoner Moos, auf die Gleise Richtung München einschwenkt, die es schon gibt.

Was der Direktmandatsträger für die Landkreise Ebersberg und Erding da skizziert, sind nach seiner Einschätzung die plausiblen Trassen, auf denen zwei neue Gleise für den Nordzulauf zum Brennerbasis-Tunnel entstehen könnten. Während sich die öffentliche Diskussion in den Anliegergemeinden auf politische Absichtserklärungen beschränkt, gehen die Planungen für das Megaprojekt in die heiße Phase – derzeit sind die Bürger aufgerufen, selbst Vorschläge zu zeichnen.

Südlich oder nördlich? – Rund um Grafing-Bahnhof gibt es beim Bau des Brenner-Nordzulaufs noch viele Fragezeichen. Plausibel scheint, dass auch die Gemeinde Kirchseeon von einem Gleis-Neubau betroffen sein könnte – sollte dieser nördlich von Grafing auf die Bestandsstrecke treffen.

Brenner-Nordzulauf zwischen Ostermünchen und Grafing: Bahn hat Bodenproben entnommen

Lenz vermutet, dass sich die Planer der Deutschen Bahn am Ende zwischen den beiden von ihm skizzierten Varianten entscheiden werden – nicht weil er sich diese ausgedacht hätte, sondern weil die Bahn dort entlang Bodenproben entnehmen hat lassen. Deren Auswertung, das ließ der Konzern am Montag in einem Pressegespräch verlauten, sei in den kommenden Wochen abgeschlossen.

„Malen nach Zahlen“, frotzelt der Abgeordnete über seine Einschätzung der Bahn-Pläne. Und schließt eine Forderung an: Zwischen Ostermünchen und Grafing-Bahnhof soll es gar keine neuen Gleise geben. Der Brennernordzulauf soll mit der Bestandsstrecke auskommen. „Der Landkreis Ebersberg ist zu dicht besiedelt“, begründet Lenz dies.

Lenz zu 230-km/h-Zugstrecke: „Völliger Unsinn“

Er bezweifle außerdem, ob es die neuen Gleise überhaupt braucht, schließlich müssten die Züge spätestens bei Kirchseeon eh auf 150 Stundenkilometer abbremsen. „Völligen Unsinn“, nennt er die geforderte Maximalgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern durch den südlichen Landkreis. Und mit Ausweichgleisen und intelligenter Steuerung könne man sogar bei der Engstelle Aßling, wo auf zwei der drei Gleise durch den Ort Regionalzüge halten, eine Menge Zugaufkommen regeln. Der Nahverkehr dürfe jedenfalls nicht ausgebremst werden.

Lenz erinnert zudem an den Ausbau des östlichen Gleiskorridors von Rosenheim Richtung Mühldorf zur Entlastung der Münchner Trasse – außerhalb seines Wahlkreises steht er Ausbauvorhaben neutraler gegenüber. Und wenn schon Neubau, dann müsse möglichst viel Gleis in einen Tunnel.

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