+
In dem kleinen Waldstück zwischen Fürmosen und Taglaching könnte das Windrad entstehen.

Vorhaben zwischen Bruck und Moosach

Zweites Windrad in Sichtweite

  • schließen

Könnte im Landkreis bald eine zweite Großwindanlage nachhaltig produzierte Energie liefern? Einen entsprechenden Vorstoß gab es im Brucker Gemeinderat.

Bruck – Das Interesse der Bürger an dieser Sitzung war so groß, dass der Mehrzweckraum als Versammlungsort gewählt wurde, damit alle Besucher Platz hatten. „So viele waren ja noch nie da“, meinte Bürgermeister Josef Schwäbl zu Beginn der Zusammenkunft an die Zuhörer gewandt.

„Bürgerenergie Taglaching Fürmoosen GmbH“

Die Anfrage zu dem Projekt kam laut Schwäbls Information von der neu gegründeten „Bürgerenergie Taglaching Fürmoosen GmbH“. Auf der Tagesordnung tauchte das Vorhaben als „Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans für ein Windrad zwischen Fürmoosen und Taglaching“ auf. In diese Planung wollte der Gemeinderat aber aufgrund der bisher dünnen Datenlage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einsteigen. Einen Beschluss gab es später aber trotzdem.

Positive Stimmen im Gemeinderat

Das Gremium begriff die Initiative eher als informelle Abfrage, ob in der Kommune denn eine grundsätzliche Bereitschaft erkennbar sei für ein solches Energieprojekt. Und tatsächlich gab es Stimmen, die in diese Richtung gingen: „Ich finde es gut, dass die Initiative da ist, und dass es in der Region bleibt“, sagte Theresia Heiler (Freie Wählergemeinschaft Einigkeit). „Jeder ist stolz darauf, dass das Windrad in Hamberg steht“, meinte sie zu den Erfahrungen mit dem bereits in der Gemeinde bestehenden Windenergieprojekt – dem einzigen im Landkreis Ebersberg.

Auch Ratsmitglied Werner Stinauer (Bürgerliste Bruck) zeigte in der Aussprache erkennbares Interesse an der Realisierung eines solchen Energievorhabens. „Erst abzuklopfen, was die Gemeinden sagen, ist sinnvoll“, äußerte er anerkennend. Er nannte die Kommunen dabei in der Mehrzahl, und das hat seinen Grund darin, dass unter Umständen nicht die Brucker, sondern die benachbarten Moosacher demnächst mit dem Vorhaben befasst werden müssen.

Gleichlautender Antrag in Moosach

 Aus diesem Grund, so wurde in der Sitzung von Bürgermeister Schwäbl mitgeteilt, sei ein gleichlautender Antrag auch an die Nachbarkommune gerichtet worden. Ein genauer Standort steht nämlich noch nicht fest. „das wird noch Wochen oder Monate dauern“, meinte Stinauer. Das Vorhaben müsse erst naturschutzfachlich geprüft werden. Allerdings wurde in dieser Hinsicht schon Vorarbeit geleistet, wenn auch an anderer Stelle. Denn das ins Auge gefasste Areal ist in der Konzentrationsflächenplanung des Landratsamtes Ebersberg enthalten und liegt etwa zur Hälfte auf Brucker, zur anderen Hälfte auf Moosacher Flur – mit einem kleinen Zipfel auf einer Fläche, die zur Gemeinde Kirchseeon gehört.

Was die Stimmung unter den Bürgern betreffe, steuerte Stinauer auch Informationen bei. Seines Kenntnisstandes nach seien bei losen Zusammenkünften die „Fürmoosener 100-prozentig dafür“ gewesen. „In Taglaching waren nicht alle dafür“, schränkte er aber ein.

Bürgermeister Schwäbl hält sich zurück

Bürgermeister Josef Schwäbl hielt sich mit Äußerungen erkennbar zurück, weil bei ihm die Erinnerung an die Auseinandersetzungen zu dem Windrad in Hamberg noch höchst lebendig ist. Explizit äußerte er Bedenken, „sechs Wochen vor der Kommunalwahl“ einen Beschluss zu fassen, der als Hypothek begriffen werden könnte für den neu zu wählenden Gemeinderat. „Da werden bestimmt fünf Neue drin sitzen“, sagte Schwäbl zur künftigen Zusammensetzung des Gremiums. „Wir haben nicht viel mehr Informationen als eine Aktennotiz“, warnte er.

Noch ein Standort: Windkraft im Westen des Landkreises Ebersberg

Beschlossen wurde auf Vorschlag Schwäbls, unverzüglich Gespräche mit Moosach aufzunehmen und auch mit der Kreisbehörde. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Windräder im Ebersberger Forst: Bürgerentscheid ist fix

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kunst in Corona-Zeiten: Ein bisschen Farbe und Freude 
Sabrina Sturm aus Poing hat etwas Farbe und Abwechslung in den Corona-Alltag gezaubert: Die Hobbykünstlerin stellte ihre Bilder spontan im Garten aus. 
Kunst in Corona-Zeiten: Ein bisschen Farbe und Freude 
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Stand Dienstag: +++128 Infizierte+++ deutlicher Rückgang der Neuinfektionen
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Infizierte, Hintergrundberichte, Hinweise - hier gibt es die wichtigsten Entwicklungen zur Krise im Live-Ticker.
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Stand Dienstag: +++128 Infizierte+++ deutlicher Rückgang der Neuinfektionen
Neues Corona-Konzept für den Landkreis Ebersberg: Covid-Schwerpunktpraxen und Isolierstation im Altenheim
Neues Konzept zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis: sechs Covid-Schwerpunktpraxen, Entlastungspraxen und Isolierstation im Altenheim.
Neues Corona-Konzept für den Landkreis Ebersberg: Covid-Schwerpunktpraxen und Isolierstation im Altenheim
Pliening: Haushaltssitzung in Corona-Zeiten
Wegen Corona herrschte eine ungewöhnliche Atmosphäre bei der Haushaltssitzung des Gemeinderates Pliening. Inhaltlich ist alles bestens: Die Gemeinde steht finanziell …
Pliening: Haushaltssitzung in Corona-Zeiten

Kommentare