Die Alxinger Kirche soll neue Bronzeglocken bekommen. Dazu muss aber der Glockenstuhl erneuert werden und auch am Turm werden Arbeiten fällig. Foto: Stefan Rossmann

Bruck ist auf der Suche nach Geldquellen

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Bruck - Die Gemeinde im Landkreissüden hat eine grundsolide Haushaltsplanung und macht sich trotzdem Sorgen. Bürgermeister Josef Schwäbl mahnt zusätzliche Einnahmen an.

Wo kommt künftig das Geld her? Mit dieser Frage musste sich der Brucker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befassen. Es ging um den Haushalt. „Wir brauchen zusätzliche Einnahmen“, warnte Bürgermeister Josef Schwäbl.

Noch ist die Situation aber eigentlich ganz komfortabel. Zwei Einheimischenbaugebiete wurden abgewickelt - aber nichts oder nur wenig verdient dabei. Der Kraftakt Sanierung der Straße nach Wildenholzen ist auch abgehakt. Der Gemeinderat hat beschlossen, den dafür aufgenommenen Betrag heuer auf einen Schlag zurückzuzahlen. Dabei darf man nicht vergessen: Das Projekt hat 600 000 Euro verschlungen, die Kommune hat dann zur Tilgung nur drei Jahre gebraucht. In dem Tempo kann vermutlich aber nicht weitergemacht werden, obwohl das nächste Großprojekt sozusagen schon vor der Haustüre steht. Die Straße von Fürmoosen nach Taglaching muss ebenfalls saniert werden. „Da hatten wir schon die ersten Wasserrohrbrüche“, schildert Schwäbl die Situation.

Der Haushaltsplan für das laufende Jahr der Gemeinde Bruck sieht ein Gesamtvolumen von 4,8 Millionen Euro vor. Die freie Spitze, also das, was unter dem Strich übrigbleibt, wird etwa 170 000 Euro betragen und kann auf die hohe Kante gelegt werden. Größte Einnahmeposten sind der Anteil an der Einkommensteuer in Höhe von 615 000, die Gewerbesteuer in Höhe von 150 000 und die Schlüsselzuweisungen vom Land in einem Umfang von 345 000 Euro. Grundsteuer A und B in der Flächengemeinde hingegen machen nicht einmal die Summe aus, die an Gewerbesteuer in den Gemeindesäckel fließt.

Wie sich die Situation in Zukunft darstellen wird, hängt laut Schwäbl entscheidend davon ab, wie schnell es gelingt, das Gewerbegebiet in Taglaching zu verwirklichen. Demnächst findet die erste Auslegung der auf drei Hektar „geschrumpften“ Fläche vor. Das Gebiet musste auf Anweisung der oberen Baubehörde verkleinert werden. Die neue Fläche durfte nicht größer werden als das bereits bestehende Gewerbeareal auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite der Straße von Grafing Bahnhof nach Moosach.

Im abgelaufenen Haushaltsjahr ist es offensichtlich gelungen, bei vielen Ausgaben unter den Ansätzen zu bleiben - was auch entscheidend zu einem positiven Ergebnis beigetragen hat.

Im Finanzplan ist für die Jahre 2017 bis 2019 keine neuen Kreditaufnahme geplant. Dabei gibt es durchaus große Vorhaben. Der Gemeinderat vergab in der jüngsten Sitzung zum Beispiel den Breitbandausbau an die Deutsche Glasfaser, die zu einem Betrag von etwa 600 000 Euro die ganze Kommune verkabeln wird. „Bis zum letzten Haus“, versprach Schwäbl. Nach Abzug aller Zuschüsse werden bei der Kommune etwa 150 000 Euro Eigenanteil hängen bleiben. Auch die Kirche in Alxing rückt bei der Planung ins Blickfeld. 100 000 Euro Abschlag für die Renovierung des Glockenstuhles und den Kauf neuer Bronzeglocken steht zu Buch. Außerdem hat die Kommune noch die Erstellung eines Flächennutzungsplanes vor der Brust und wird wohl wieder in Grundstückskäufe einsteigen wollen, um weiter Bauland für Einheimische bevorraten zu können. Gestoppt ist derzeit eine Investition in den Bau eines Flüchtlingsheimes. Laut Schwäbl stehen in Bayern derzeit 40 Prozent der Unterkünfte leer.

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