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Geladene Gäste beim Neujahrsempfang in Alxing. Für die musikalische Umrahung sorgte die Glonner Jugendkapelle.

Brucker Bürgermeister Josef Schwäbl fordert zu Engagament im Gemeinderat auf

Mitmachen statt Motzen

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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„Wir brauchen keine Schlechtredner oder Besserwisser, sondern Bessermacher“, betonte Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl bei seinem Neujahrsempfang an Sonntag in Alxing, während die Kinder in der Spielecke hinter dem Rednerpult herumtollten.

Alxing – Schwäbl warb um ehrenamtliches Engagement und angesichts der Kommunalwahlen um Kandidaten für den Gemeinderat. Das erst beim Neujahrsempfang im kommenden Jahr zu machen, sei zu spät, so der Bürgermeister.

Es werde immer schwieriger in einer Flächengemeinde mit zunehmendem Strukturwandel in den Weilern und Ortschaften die notwendige Infrastruktur zu bieten, umriss der Bürgermeister die Aufgabenfelder. Der finanzielle Gestaltungsspielraum sei begrenzt. Kinderkrippe, Kindergarten, Schule und künftig auch die Mittagsbetreuung müssten erhalten und ausgebaut werden. Unbedingt notwendig seien dazu auch die Vereine. Viele Bürger ahnten gar nicht, was in der Gemeinde alles nicht stattfinden würde, wenn es die Ehrenamtlichen nicht geben würde.

Auch die Gemeinde Bruck müsse sich weiterentwickeln. „Wir müssen vorausschauend denken und handeln.“ Dazu brauche man im Gemeinderat Personen, die gewillt seien, Entscheidungen zu fällen und sie dann auch zu vertreten. Dazu brauche man Stehvermögen. Und dies als Ehrenamtliche, die oftmals auch angegriffen würden. Er könne durchaus nachvollziehen, dass viele Bürger dann von so einem Amt Abstand nehmen. „Trotzdem muss es immer wieder Personen geben, die Verantwortung tragen und die Geschicke in der Gemeinde Bruck lenken. Dazu möchte ich ermutigen.“ Es sei sicher nicht jedermanns Sache, sich in die unterschiedlichen Sachverhalte einzulesen und sich Gedanken darüber zu machen. Die Gemeinderäte würden vor der Sitzung mit vielen Unterlagen bedacht, die zu bearbeiten seien. „Das ist eine große Herausforderung“, räumte Schwäbl ein. „Wir brauchen jedoch auch in der nächsten Wahlperiode wieder Personen, die dieses Ehrenamts annehmen“, die sich mit der gesamten Gemeinde identifizierten, sich den Aufgaben stellten und uneigennützig handelten.

Der Bürgermeister beschrieb die „herrliche Lage“ des Ortes, das Brucker Moos vor der Haustüre, mit Blick auf die Berge und verbunden mit dem Vorteil in einer Stunde mitten in den Alpen zu sein mit Wendelstein und dem Wilden Kaiser.

Die Gemeinde Bruck zu begreifen heiße, die Identität zu bewahren und sich trotzdem dem Fortschritt nicht zu verschließen. „Wir wollen nichts Übertriebenes, wir wollen normal sein.“ Dazu sei ein geordnetes Wachstum notwendig. Dafür brauche man starke Persönlichkeiten, die sich der Verantwortung stellen.

An die Besucher als Wähler gewandt meinte der Rathauschef: „Lassen sie sich nicht von Wahlkampfparolen verleiten. Erlebnisse aus zweiter Hand und die Vorliebe für das Bedrohliche beeinflussten das Verhalten. Wählen sie besonnen“, so der Bürgermeister. „Und wählen sie Personen, die die Wirklichkeit richtig einschätzen.“

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