Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Ende gut, alles gut? Die Weilergemeinschaft jedenfalls ist recht zufrieden mit ihrer Großwindanlage in Hamberg.

Erste Bilanz des Großprojekts in Hamberg/Bruck

Der Wind hat sich gedreht

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Der Sturm hat sich gelegt – der Sturm der Entrüstung über die Errichtung der bisher einzigen Großwindanlage im Landkreis Ebersberg. Eine erste Bilanz.

Von Michael Seeholzer

Hamberg/Bruck –  Gelegt hat sich auch der Ärger der Betreiber über die juristischen Steine, die ihnen in den Weg gelegt wurden. Die Einen sind erleichtert darüber, dass ihr schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten sind – abgesehen vielleicht von der optischen Beeinträchtigung. Für die Anderen sind die Verzögerungen, die im Genehmigungsverfahren eintraten, am Ende sogar ein Vorteil gewesen.

Mit dem offiziellen Auftakt war es wie mit dem ganzen Genehmigungsverfahren. Der Fototermin verzögerte sich. Schuld war ein Krankheitsfall. Inzwischen ist alles überwunden. Die Anlage ist in Betrieb und hat seit 16. Dezember vergangenen Jahres 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, berichtet Hans Zäuner, der Geschäftsführer des Anlagenbetreibers Windenergie Osterkling GmbH & Co. KG. „Es kommen aber heuer noch zwei windstarke Monate“, ist der 43-Jährige zuversichtlich. Pro Kilowattstunde bekommt die Betreibergesellschaft 8,42 Cent vergütet. „Mit dem Ertrag sind wir zufrieden. Das ist völlig in Ordnung“, sagt Zäuner. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass es bei der Feinjustierung der Anlage Anfang des Jahres zu fünf bis zehn Prozent „Einstellungsverlusten“ gekommen sei. Jetzt läuft die Anlage offensichtlich rund.

„Ich höre in meinem Haus nichts“, berichtet ein Anlieger der Ebersberger Zeitung, der zu den schärfsten öffentlichen Kritikern gehörte. „Andere Gebäude schirmen den Lärm ab“, vermutet er. Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl selbst hat seinen Bauernhof nicht weit von der Windanlage entfernt, mit einem Waldstück ist er unmittelbarer Anlieger. „Schaden oder Lärm, das ist nicht der Fall“, berichtet er von seinen Erfahrungen.

Durch die juristische Auseinandersetzung, die einherging mit Verzögerungen, ist der Betreibergesellschaft kein finanzieller Schaden entstanden. Wie gibt es das? „Wir hatten das Glück, dass in der Zeit die Zinsen noch einmal gefallen sind“, ist Zäuner froh. Das habe die Mehraufwendungen „überkompensiert“. Er rechnet mit einer Amortisationszeit von zehn bis 15 Jahren. Außerdem habe man während des längeren Genehmigungsverfahrens noch die Gelegenheit bekommen, von anderen Projekten zu lernen.

Zäuner berichtet davon, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Anlage seiner Meinung nach ein Wandel eingetreten sei. „Inzwischen haben wir bestimmt schon 50 Führungen gemacht“, erzählt er von einem starken Interesse. Auch Schulklassen seien schon zu Gast gewesen. „Der Zuspruch in der Bevölkerung ist begeisternd. Es gibt keine andere Möglichkeit, oder Wasser, Luft und Boden sind später einmal nicht mehr so, wie wir es noch gewohnt waren.“ Am Fuß des Windmastes ist deshalb ein Spruch zu lesen: „Wir können den Wind nicht ändern, aber unsere Richtung“, steht da zu lesen. Zur Auswahl standen übrigens drei solcher Aussagen. „Wir haben deshalb extra eine eigene Versammlung einberufen“, berichtet Zäuner. Die Weilergemeinschaft hat sich schließlich für diesen Satz entschieden. Zäuner glaubt aufgrund des öffentlichen Interesses an eine regionale Weiterentwicklung der Windenergienutzung. „Ich glaub’, dass wir in fünf Jahren nicht mehr die Einzigen sind im Landkreis.“

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