Ungewohnter Anblick: die aufgehängten Fuchskadaver in der Gemeinde Bruck.
+
Ungewohnter Anblick: die aufgehängten Fuchskadaver in der Gemeinde Bruck.

In der Gemeinde Bruck gesehen

Aufgehängte Füchse am Wegesrand schockieren Spaziergänger - Jäger räumt ein: „Nicht mehr alltäglich“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
    schließen

An einem beliebten Spazierweg in der Gemeinde Bruck hängt ein gutes Dutzend toter Füchse an Holzstangen vor einem Bauernhof. Spaziergänger reagieren schockiert. Das steckt dahinter.

Bruck – Der eine oder andere mag sich vielleicht gewundert, so mancher sogar gegruselt haben: An einem beliebten Spazierweg in der Gemeinde Bruck hing dieser Tage ein gutes Dutzend toter Füchse an Holzstangen vor einem Bauernhof. Etwas makaber wirkt dabei das Feldkreuz im Hintergrund. „Ist das waidmännische Tradition oder eher entgleiste Ästhetik?“, fragt ein Leser, der nicht der einzige ist, der erstaunt über diese Szenerie ist.

Gemeinde Bruck (Bayern): Beuteschau am Wegesrand

Eine Nachfrage bei dem verantwortlichen Jäger quittiert dieser überrascht. Bei ihm habe sich noch keiner über die Beute-Schau am Wegesrand beschwert. „Es ist nicht mehr alltäglich“, räumt er ein. Da es offenbar Leute gebe, die sich daran störten, werde er die toten Füchse wegräumen. „Die werden ohnehin abgebalgt diese Woche“, sagt der Jäger. Bei Minustemperaturen sei das leichter zu bewerkstelligen.

Erlegt habe er die Tiere nach und nach seit Mitte Januar. Nicht nur des Fells wegen, sondern auch, weil er in der Nähe einen Fall von Räude, einer ansteckenden Hautkrankheit beobachtet habe. Bei einer zu hohen Fuchspopulation drohe diese überzuspringen. „Dann gehen sie im Sommer elend ein.“

Tote Tiere schrecken Spaziergänger auf: Füchse ohne natürliche Feinde

Für Jäger ist die Krankheitsbekämpfung nicht der einzige Grund, weshalb im Winter verstärkt Füchse dran glauben müssen. „Sie haben so gut wie keine natürlichen Feinde“, sagt Karem Gomaa, Chef der Ebersberger Kreisgruppe im Bayerischen Jagdverband.

Für Wildvögel, speziell die Bodenbrüter seien die Raubtiere aber gefährliche Fressfeinde, die beispielsweise die Gelege von Kiebitz und Enten plünderten. Es gelte, eine zu hohe Dichte an Tieren in der Region zu verhindern. Auch der genannten Infektionskrankheiten wegen.

Bleibt noch zu klären, was mit den Fuchsfellen passiert. „Die sind zu schade zum Wegwerfen“, sagt der Jäger. Verkaufen ließen sie sich aber ebenso wenig. Er werde sie gerben lassen. „Vielleicht lasse ich mir eine Decke daraus machen.“ Das Fleisch lasse sich nicht verwerten. 

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit der Ebersberger Zeitung sowie unserem regelmäßigen E-Mail-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare