Obwohl das Gerichtsverfahren noch nicht zu Ende ist

Jetzt rollen die Bagger fürs Hamberger Windrad

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Bruck - Noch ist das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht nicht ganz abgeschlossen. Es geht dabei um den Windradbau in Hamberg in der Gemeinde Bruck. Aber inzwischen rollen die Laster bereits.

„Das ist kein volles Risiko, sonst würde der Bauherr das nicht machen“, sagt Norbert Neugebauer, Büroleiter des Ebersberger Landrates Robert Niedergesäß. Die Kreisbehörde hat den vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt.

Bauherrin ist die Osterkling GmbH. Sprecher Hans Zäuner bestätigt auf Anfrage der Ebersberger Zeitung: „Wenn wir heuer noch ans Netz wollen und das müssen wir wegen der EEG-Vergütung, dann muss die Anlage spätestens im Dezember laufen.“ Deshalb müsse man das Restrisiko auf sich nehmen, dass mit der endgültigen Genehmigung noch etwas schieflaufen könne. Danach sah es aber nach der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht nicht aus.

Derzeit wird im schriftlichen Verfahren noch der Frage nachgegangen, ob der Anlage tatsächlich 60 Prozent des maximal mit ihr dort zu erzielenden Ertrages prognostiziert werden kann. Die Bauherrin ist überzeugt davon, dass dieser Wert erreicht wird, ein Gutachter des Landesbund für Vogelschutz kam zu einem anderen Ergebnis.

In dieser Situation hat das Landratsamt Ebersberg als Genehmigungsbehörde darauf erkannt, dass nach der aktuellen Prognose, wie das Verfahren letztendlich wohl enden wird, keine aufschiebende Wirkung mehr gegeben ist. Das heißt: Seit Anfang August wird die Erschließung der Baustelle auf dem Höhenrücken bei Hamberg vorangetrieben. Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr war ebenfalls schon zu Besuch.

Die aufschiebende Wirkung des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht wurde auch deshalb aufgehoben, weil nochmals „eine Interessensabwägung stattgefunden hat“, berichtet Neugebauer. Im Endeffekt wurde der Sofortvollzug genehmigt. Der Bau konnte beginnen.

Bürgermeister Josef Schwäbl hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung unter „Informationen“ den aktuellen Sachstand bekannt gegeben. Auf die 10-H-Regelung konnten sich die Windradgegner im Verfahren nicht berufen, wie ihnen Vorsitzende Richterin Andrea Breit in der mündlichen Verhandlung erklärte. Bei der Vorschrift handele es sich um eine städtebauliche Regelung, erklärte sie den verdutzten, gegnerischen Parteien. Auch die Argumenten der Vogelschützer, die Rotorblätter würden ein signifikantes Tötungsrisiko für Rotmilan und Baumfalke darstellen, konnte die Vorsitzende offensichtlich nicht ganz nachvollziehen. Die Greifvögel würden wohl eher die Thermik an den Hängen des Brucker Mooses nutzen, als durch den Rotorkreis zu fliegen, ließ sie sich in der Verhandlung ein.

„Wir müssen jetzt anfangen, sonst schaffen wir es nicht“, erklärt Zäuner die Eile, in der das Projekt nun angegangen wird. Er wolle damit aber der Entscheidung der Richterin „in keiner Weise vorgreifen“. Man habe jedoch bereits so viel Geld und Energie in das Vorhaben gesteckt, dass man jetzt ein gewisses Restrisiko eingehen müsse. Zäuner verweist darauf, dass der Widerstand gegen das Windrad abgenommen habe. „Die Osterklinger sind guter Dinge und machen alle mit“, berichtet er. Neugebauer verweist darauf, dass die aufschiebende Wirkung nur für den Bau der Anlage aufgehoben worden sei. „Die Inbetriebnahme ist damit noch nicht genehmigt."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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