+
Alles wächst und gedeiht: Klaus Grüebach in seinem Garten in Pienzenau

Zu Besuch im Garten bei Klaus Grünebach in Pienzenau

Große Vielfalt auf kleiner Fläche - Es ist Platz für alle

  • schließen

Als es um den Volksentscheid „Rettet die Bienen“ ging, gab es zwei Fronten: Bauern und Naturschützer. Doch für Insekten kann jeder etwas tun, vor allem die Gartenbesitzer.

Pienzenau – Der Weg in den Garten führt durch ein romantisches Latten-Türchen. An der Wand der Garage hängt eine geschnitzte Holzfigur. Der Besucher tritt ein in eine wild-wuchernde Welt. Doch um das so zu erhalten ist viel Schnitt-Arbeit notwendig. „Man muss ständig reduzieren“, sagt Klaus Grünebach (67). Schier unglaublich ist aber, dass das Gelände vor 20 Jahren den Rohzustand eines Neubaugebietes hatte. Damals galt schon der Trend, dass die Grundstücke immer kleiner werden.

Noch heute betreut er den Schulgarten

Grünebach war Lehrer, unter anderem im nahen Aßling. Noch heute betreut er an der dortigen Schule den Schulgarten. Als seine Kinder klein waren, zog die Familie von München aufs Land. „Wir hatten damals ein Haus mit großem Bauerngarten. Da habe ich viel gelernt.“ Auch Gemüse wurde angebaut. Dann vor zwei Jahrzehnten der Einzug im Neubaugebiet. Zunächst gestaltete Grünebach das Gelände um – mit Maschineneinsatz. „Ich bin vorher noch nie Bagger gefahren.“ Im eigenen Garten dann aber schon. Es entstanden ein Hügel und weitere kleinere Erhebungen. Dadurch wurde der Garten interessanter, erklärt Grünebach. Die Schrägen brachten mehr Pflanzflächen. Das ist ein wichtiges Argument. Denn für den Garten stehen nur rund 200 Quadratmeter zur Verfügung. „So ein kleiner Garten ist kein Biotop, aber ein Gelände, gepflegt mit Verstand und Herz.“

Der Blick fällt auf eine bunte Vielfalt

Grünebach ist vor allem überzeugt, dass Vielfalt wichtig ist. Er hat eine Computer-Liste der Pflanzen, die in seinem Garten gedeihen, von Akelei über Frauenflachs, Gilbwiederich und Günsel bis zu Winterling und Zaunlattich. Derzeit geht die Liste bis zu Nummer 137. „Es kommen immer welche hinzu und ich komme nicht mehr nach“, sagt Grünebach, während er auf der Terrasse sitzt, ein Bestimmungsbuch vor sich. Der Blick fällt auf eine bunte Vielfalt, in der auch einige Edelrosen stehen. Ob die für Insekten so gut sind, ist teilweise umstritten. Aber wenn sonst genug andere Blüten da sind, macht das wohl nichts. Und schön sind die Rosen allemal.

Garten als Versuchslabor

Pflanzensamen kommen einfach, keiner weiß woher, gehen auf und wachsen. Es ist bunt, verschiedene Wuchshöhen, verschiedene Blühzeiten, verschiedene Formen und Farben. „Das ist auch ein Versuchslabor“, sagt Grünebach. Von der Terrasse aus sind viele Insekten zu beobachten, die um die Blüten summen. Die Tierchen listet Grünebach nicht auf. „Das wäre zu viel, und die lateinischen Namen kann ich mit sowieso nicht merken. Ich bin da kein Fachmann“ Aber natürlich kennt er viele Arten und freut sich darüber.

Markant für die Terrasse ist das grüne Dach: Wilder Wein, der auch vor 20 Jahren gepflanzt wurde. Jetzt steht der knorrige Stamm an der Hauswand, die Ranken wachsen jedes Jahr an gespannten Seilen entlang und bilden ein Schutzschild gegen die Sonne. „Das habe ich in Italien gelernt“, sagt Grünebach.

Auf den Anbau von Gemüse verzichtet er inzwischen. „Aber verschiedene Kräuter habe ich.“

Kein Regenwasser verlässt das Grundstück

Auf der Rückseite des Hauses fällt das Gelände ab. Das Gefälle wird für die Bewässerung genutzt. „Kein Regenwasser verlässt das Grundstück“, so Grünebach. Es gibt unterschiedliche Behältnisse, um das kostbare Nass aufzufangen. Hier stehen die buschigeren Stauden. Manches stammt auch aus Urlauben in den Bergen bis aus Südtirol. Zwischen den Pflanzen, knie- bis hüfthoch, an den Rändern noch höher, sind enge Wege zu erkennen. „Hier laufen meine Enkel durch.“ Es gibt nur ganz kleine Rasenflächen. „Ich habe zwar einen Elektrorasenmäher, aber den brauche ich eigentlich nicht. Eine Sichel tut es auch.“

Öffentliche Flächen bepflanzen

Viele Pflanzen, wie etwa der Natternkopf, dürfen wachsen, um sie später rauszunehmen und zu verschenken, beispielsweise am Pflanzentauschmarkt in Grafing. Interessant findet Grünenbach auch eine Form von „Guerilla-Gardening“. Dabei werden nicht genutzte, meist öffentliche Flächen bepflanzt und entwickeln sich zu blühenden Oasen. Dazu gibt es im Landkreis Ebersberg schon eine Reihe von Beispielen. Grünebach hat auch ein Stück Gemeindegrund umgestaltet.

Lesen Sie dazu auch: Aßlinger Kinder schauen auf die Umwelt

oder Demonstration vor der EGA - Appell an Unternehmer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer (48) erleidet tödliche Verletzungen
Ein tödlicher Motorradunfall ereignete sich am Sonntagnachmittag auf der Straße von Ebersberg nach Hohenlinden, auf Höhe der Einfahrt zur Deponie Schafweide.
Motorradfahrer (48) erleidet tödliche Verletzungen
Auf geht’s nach Ostra - dafür haben alle trainiert
900 Kilometer haben sie vor sich und sie haben Schokoriegel, Traubenzucker und Bier dabei, damit auch alle durchhalten auf dem Weg von Markt Schwaben nach Italien.
Auf geht’s nach Ostra - dafür haben alle trainiert
Ida Maria aus Kirchseeon
Die Familie Katharina und Stefan Reinhart aus Kirchseeon freut sich: Am 20. August kam in der Kreisklinik in Ebersberg die kleine Ida Maria, das dritte Kind des Ehepaars …
Ida Maria aus Kirchseeon
Radfahrer (67) stürzt in Hinterhof und stirbt
In Poing ist ein Radfahrer so schwer gestürzt, dass er seinen Verletzungen erlag. Der Unfall gibt der Poinger Polizei Rätsel auf, es wurde ein Gutachter eingeschaltet.
Radfahrer (67) stürzt in Hinterhof und stirbt

Kommentare