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Zwei Denkmäler ganz nah beieinander: Die Taglachinger Kirche und die vermutlich fast 400 Jahre alte Sommerlinde.

Zwei Denkmäler in Taglaching - eine Gefahr

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Bruck - Die rund 400 Jahre alte Sommerlinde in Taglaching in der Gemeinde Bruck soll einen Pflegeschnitt und eine Kronensicherung bekommen. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Der Baum steht unmittelbar neben der denkmalgeschützten Kirche.

So eng stehen zwei bedeutende Denkmäler selten beieinander wie im Falle der kleinen Ortschaft Taglaching in der Gemeinde Bruck. Bei dem einen Denkmal handelt es sich um einen romanischen Saalbau aus Tuffquadern, nämlich eine der ältesten Kirchen im Landkreis Ebersberg, bei dem anderen um eine daneben stehende, ebenfalls sehr betagte Sommerlinde. Dass sie seit vermutlich fast 400 Jahren in friedlicher Koexistenz ein paar Schritte nebeneinander stehen, bedarf allerdings einer Nachbarschaftspflege der besonderen Art. Denn von dem Baum kann eine Gefahr ausgehen, die jetzt in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bruck behandelt wurde. Es ging dabei um die Kosten für den periodisch nötigen Baumschnitt.

Die Kirche in Taglaching ist im Landkreis Ebersberg einzigartig, obwohl in Pullenhofen, in Berghofen, in St. Coloman, in Kirchseeon und in Kronacker ähnlich alte Sakralbauten stehen. Verwendet wurde zum Bau Tuffstein. Das ist ein Baumaterial, das im nahem Tuffsteinbruch in Pullenhofen abgebaut werden konnte. Das Besondere an der Taglachinger Kirche ist, dass sie als einzige unverputzt den Blick auf die verwendeten Tuffsteine frei gibt, wie der Heimatforscher Hans Huber aus Taglaching berichtet, der auch weiß, dass in dieser Zeit auf Herrschaftssitzen im Landkreis Ebersberg eine Reihe solcher Sakralbauten errichtet wurden. „Das ist wie ein Mercedes heutzutage“, sagt er. „Wer etwas auf sich hielt, baute eine Kirche.“ Wenn von der Linde aber Totholz auf den Bau krachen sollte, könnte das Schindeldach erheblichen Schaden nehmen, befürchtet Huber.

Die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg unterzieht die etwa 100 Naturdenkmäler im Landkreis einer regelmäßigen und jährlichen Untersuchung und übergibt „Revisionsarbeiten“ an dafür geeignete und auf Baumschnitt spezialisierte Unternehmen. Eine solche Behandlung soll jetzt der markanten Sommerlinde in Taglaching angedeihen, besonders auch deswegen, weil Totholz des Baumes bei einem Sturm auf der Ortsdurchfahrt landen könnten.

Solche Pflegemaßnahmen würden alle paar Jahre ausgeführt, „und die Kommunen sind angehalten, sich an den dabei entstehenden Kosten zu beteiligen“, erläutert Hans Taschner, Chef der Naturschutzbehörde. Die Sommerlinde in Taglaching wurde im Jahr 1959 auf Betreiben des damaligen Naturschutzreferenten Hans Sponholz unter Schutz gestellt. „Das ist sicher einer der ältesten und gewaltigsten Bäume in der ganzen Gemeinde“, sagt Taschner. Allerdings werde ein einfacher Schnitt nicht reichen. „Es muss eine Kronensicherung durchgeführt werden.“ Dabei werden zwei Teile der Linde im oberen Bereich miteinander verbunden, dass für den Fall, sollte sich ein Teil lösen, er von dem anderen gehalten wird und nicht auf Straße oder Kirche stürzen kann.

Der Gemeinderat weiß offensichtlich, was er an seinen Denkmälern hat, und beschloss deshalb, die Hälfte der Pflegekosten zu übernehmen.

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