Sind auch alle Stimmzettel draußen? Paul Kotter, Wahlhelfer und ehemaliger Gemeinderat, blickt in eine Urne. Foto: sro

Brucker klar für Gewerbegebiet

  • Michael Seeholzer
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Bruck - Die Brucker haben sich beim Bürgerentscheid am Sonntag klar für das Gewerbegebiet in Taglaching ausgesprochen. Rund 64 Prozent waren dafür.

„Das ist ein klarer Auftrag für den Gemeinderat, die Planung weiterzuführen.“ So kommentierte Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl (CSU) am Sonntagabend den Ausgang des Bürgerentscheids, bei dem die Bevölkerung aufgerufen war, über Pro und Contra zum Gewerbegebiet in Taglaching abzustimmen. Das Ergebnis ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: Etwa 60 Prozent votierten für das Brucker Planvorhaben, 40 Prozent waren dagegen. In Zahlen: Beim Ratsbegehren pro Gewerbegebiet machten 437 Bürger ihr Kreuzchen beim „Ja“, 243 dagegen beim „Nein“. Gefragt war da, ob man für das Gewerbegebiet sei. Beim Bürgerbegehren hingegen gab es 276 Ja- und 398 Nein-Stimmen. Damit erübrigte sich auch die Stichfrage, wo die Bürger mit 420 Ja- und 268 Nein-Stimmen ebenfalls eindeutig für das Gewerbegebiet votierten.

Manfred Gaibinger, Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt des Taglachinger Tals, ließ angesichts dieser Zahlen nicht erkennen, ob im nächsten Schritt jetzt gegen das Vorhaben der Gemeinde Bruck geklagt werden wird. Er betonte allerdings, dass er und ein Anwalt „gravierende Fehler im Verfahren“ entdeckt hätten. Auch verwies Gaibinger auf die negative Stellungnahme der Regierung von Oberbayern. „Ich weiß nicht, wie jetzt die Stimmung im Gemeinderat ist“, gab er die Hoffnung noch nicht ganz auf, dass sich in dem Gremium „doch noch eine kleine Opposition bilden“ könnte. „Jetzt muss der Gemeinderat in die Gänge kommen, dann kommt der Ball ins Landratsamt und dann kann erst erwogen werden, ob geklagt wird“, zeichnete Gaibinger das weitere Vorgehen der Initiative vor. Bei den Befürwortern des Gewerbegebietes hingegen war eine deutliche Erleichterung zu spüren - vor allen Dingen auch deswegen, weil das Ergebnis so eindeutig war. Der Urnengang lockte trotz des bescheidenen Wetters immerhin 74 Prozent der Brucker Wahlberechtigten ins Gemeindehaus, wo die Abstimmungskabinen aufgebaut worden waren. Eine nette Anekdote am Rand: Ein Brucker hatte seine russische Schwiegermutter mitgebracht und fragte, ob er sie ins Wahllokal mitnehmen dürfe. „Sie will sich mal anschauen, wie Demokratie funktioniert“.

Dass sie im Fall des Brucker Gewerbegebietes in Taglaching nach dem Bürgerentscheid auch tatsächlich funktioniert insofern, als sich alle Bürger jetzt an den erkennbaren Gemeinschaftswillen halten, dass wünschte sich am Abend noch der erleichterte Bürgermeister Schwäbl, der meinte: „Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt. Das ist mir wichtig.“

Enttäuschung war Johann Auberger von der Bürgerinitiative anzumerken. „Dann geht es halt in der Bauleitplanung weiter“, gab er trotzdem zu erkennen, dass er sich weiter engagieren wolle. „Das war sehr anstrengend“, kommentierte er den Verlauf der letzten Wochen und Monate.

Eine der ersten Reaktionen kam von Landrat Robert Niedergesäß, der seinem Parteifreund Schwäbl am Telefon gratulierte, just als sich dieser dankend an seine Bürger wenden wollte.

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